Titel: Gewellte Dampfkessel-Flammrohre und deren Herstellung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261 (S. 156–157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/ar261053

Gewellte Dampfkessel-Flammrohre und deren Herstellung.

Zur Herstellung von gewellten Röhren für Dampfkessel nach dem von S. Fox in Leeds angegebenen Verfahren (vgl. 1878 227 503. 1883 249 140) kann nur das beste Blech verwendet werden. Die Blechtafeln werden bekanntlich zu einem Rohre gerollt, in der Längsfuge zusammengeschweiſst und dann mittels eines geeigneten Walzwerkes gewellt. Bei letzterer Bearbeitung werden aber alle etwaigen schlechten Schweiſsstellen besonders schadhaft, was sehr viel Ausschuſsstücke zur Folge hat und die Rohre sehr kostspielig macht. Diesen Uebelstand will nun S. Fox (* D. R. P. Kl. 47 Nr. 34088 vom 15. März 1885) dadurch vermeiden, daſs die Schweiſsstelle nicht mitgewellt wird, sondern gerade bleibt und an derselben das Rohr eine Verstärkung erhält.

Zur Herstellung solcher Wellrohre benutzt Fox (* D. R. P. Kl. 49 Nr. 34537 vom 15. März 1885) eine Presse, welche aus einem dreitheiligen Mantel und einem in denselben passenden ebenfalls dreitheiligen Kerne besteht, so daſs die Erhöhungen der Wellen des Kernes in die Vertiefungen der Wellen des Mantels zum Eingriffe kommen. Kern und Mantel sind mit einer Aussparung zur Aufnahme der Rippe entlang der Schweiſsstelle und des an dieser Stelle nicht zu wellenden Theiles der Rohrwandung versehen. Die drei durch einen Keil aus einander schiebbaren Theile des Kernes liegen den Trennungsfugen der drei mit einander gelenkig verbundenen Manteltheile gegenüber.

Anstatt der Presse benutzt Fox (* D. R. P. Kl. 49 Nr. 34538 vom 15. März 1885) auch ein Walzwerk, dessen gewellte und mit einander durch Räder verbundene Walzen Längsnuthen zur Aufnahme der nicht zu wellenden Schweiſsstelle besitzen. Natürlich werden die Walzen während der Wellenbildung einander genähert; auch die Walzen läſst man wegen der ungewellten Schweiſsstelle entsprechend vorwärts und rückwärts laufen.

Auf der Erfindungsausstellung in London 1885 zeigte die Leeds Forge Company verschiedene solcher gewellter Röhren sowie Probestücke derselben, mit welchen Festigkeitsproben ausgeführt waren. Diese Versuche, in Gegenwart von Beauftragten des englischen Handelsamtes und des Lloyd's Register vorgenommen, hatten dargethan, daſs ein Wellrohr von 0m,965 Durchmesser und 2m,234 Länge bei ganz gesunder Schweiſsung erst bei einem äuſseren Drucke von 71k/qc zusammenbrach, während dies bei einem glatten Flammrohre von denselben Abmessungen schon bei einem Drucke von 16k/qc eintrat.

H. Mc Kaig und J. Carlton Stitt in Liverpool schlagen nach Engineering, 1885 Bd. 40 * S. 475 Wellrohre auch für die Feuerkammern von Schiffskesseln vor; wie an einem auf der erwähnten Ausstellung vorgeführten Modelle zu ersehen war, ist für jedes Flammrohr eine Feuerkammer aus einem solchen Wellrohre vorhanden und trifft je eines der |157| ebenfalls gewellten Flammrohre der vorderen und hinteren Feuerung in einer gemeinschaftlichen Feuerkammer zusammen. (Vgl. A. Holt 1884 253 * 220.)

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