Titel: Schlaepfer und Holzach's Garnprüfer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261 (S. 368–369)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/ar261126

Schlaepfer und Holzach's Garnprüfer.

Mit Abbildungen auf Tafel 24.

Zur Untersuchung der Gleichmäſsigkeit gesponnener Garne wird bei dem von C. Schlaepfer und Fritz Holzach in Frate di Salerno, Italien, (* D. R. P. Kl. 42 Nr. 34305 vom 6. August 1885) angegebenen Apparate |369| die Prüfung der mit der Ungleichmäſsigkeit wechselnden Elasticität des Fadens vorgenommen (vgl. dagegen P. See 1881 239 * 109). Wird nämlich ein Faden zwischen zwei mit verschiedener Umfangsgeschwindigkeit laufenden Walzenpaaren über eine elastisch gehaltene Spannrolle geführt, so kann man aus den Bewegungen der letzteren beim Durchziehen des Fadens auf dessen Ungleichmäſsigkeit schlieſsen. Um die Prüfung des Fadens dabei unter verschiedener Anspannung desselben vornehmen zu können, werden die Walzen des einen Paares kegelförmig gemacht und ist also durch Verschiebung des Fadenlaufes in der Breite der Walzen eine Aenderung der Fadenspannung möglich.

Fig. 15 und 16 Taf. 24 veranschaulichen einen solchen Garnprüfer, wie derselbe von Wenner, Schwarz und Gutmann in Zürich in den Handel gebracht wird. Der zu untersuchende Faden läuft von dem Kötzer k über ein Plüschklötzchen l zwischen das erste kegelförmige Walzenpaar a und von diesem weg in die Höhe über die mit einer Feder verbundene Rolle r, dann wieder absteigend zu dem zweiten Walzenpaare b, hinter welchem sich der Faden auf eine an das Walzenpaar federnd gedrückte Rolle w wickelt. Die oberen Walzen sind bei a mit Gummi, bei b mit Leder bezogen und beide werden durch Spiralfedern fest auf ihre Unterwalzen gedrückt. Die Unterwalzen stehen mit einander durch Zahnräder in Verbindung und werden von Hand mittels des Kurbelrades q oder durch einen auf das Scheibenpaar p laufenden Riemen getrieben. Der Fadenführer f sitzt auf einer Schraubenspindel und wird von dem Handrade h aus je nach der gewünschten Fadenanspannung gestellt. Die Feder der Spannrolle r steckt in einer Hülse s und trägt einen Zeiger, durch welchen an einer Eintheilung auf der Hülse s die Schwankungen der Fadenelasticität leicht erkannt werden. Um die weitere Lieferung von Garn bei Bruch desselben schnell aufheben zu können, ist das Antriebsrad für das erste Walzenpaar auf seiner Achse lose und wird nur durch einen Klauenmuff z gekuppelt, so daſs durch Zurückziehen des letzteren jede weitere Faden Zuführung unterbleibt. Uebrigens besitzt der Apparat auch eine selbstthätige Abstellung bei Fadenbruch. Wenn die Rolle r beim Reiſsen des Fadens durch die Federwirkung zurückschlägt, so trifft dieselbe gegen das Ende des Hebels n, welcher mittels des Drahtes m eine den Riemenführer g in eingerücktem Zustande erhaltende Klinke o auslöst, wodurch mittels Feder der Riemen auf die Losscheibe übergeführt wird.

Der beschriebene Apparat dürfte sich namentlich zur Untersuchung gröſserer Garnlängen dienlich erweisen, wenn die sich im fertigen Faden in groſsen Abständen befindenden Ungleichheiten, welche durch Fehler in der Vorbereitung verursacht wurden, festgestellt werden sollen.

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