Titel: Nachweis von Süſsholz im Biere.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 9 (S. 143)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi03_9

Nachweis von Süſsholz im Biere.

Der Nachweis von Süſsholz im Biere ist nach H. Hager (Industrieblätter, 1886 S. 202) abhängig von der Menge des Zusatzes; ein geringer Zusatz verschwindet völlig, da einige Bestandtheile des Süſsholzes durch organische Säuren abgeschieden werden, andere damit schwerlösliche Verbindungen bilden. Süſsholzaufguſs gibt z.B. mit Essigsäure, Bernsteinsäure, Weinsäure, Benzoesäure, Salicylsäure, Ameisensäure und Gerbsäure Trübungen und Niederschläge. Da nun während der Gährung stets kleine Mengen organischer Säuren auftreten, so werden die gleichzeitig gegenwärtigen Süſsholztheile gefällt, gehen also nicht in das klare Bier über. Im Bodensatze des Gährbottiches wäre das Süſsholz leicht nachzuweisen, aber nicht in dem auf Flaschen gefüllten klaren Biere, wenn eben der Süſsholzzusatz ein nur geringer ist. Somit wäre ein mit wenig Süſsholz versetztes Bier, welches nicht die entsprechenden Reactionen ergibt, als frei von Süſsholzbestandtheilen zu beurtheilen. Die Süſsholzstoffe geben mit Essigsäure, Chlorcalcium, Cinchoninsulfat und vielen anderen Stoffen Niederschläge, deren Bildung aber durch Glycerin und Aethylalkohol oft verhindert wird. (Vgl. Kayser 1885 255 538.)

Das zu prüfende Bier wird zunächst auf etwa ¼ verdunstet und das Filtrat geprüft. Den in der Abdampfschale gebildeten Absatz mischt man mit Gyps, trocknet und zieht die Süſsholzbestandtheile mit 90 procentigem Weingeiste aus.

Da der Süſsstoff des Süſsholzes, das Glycirrhizin, auch mit Salicylsäure einen Niederschlag bildet, so dürfte in einem mit Salicylsäure versetzten, aber klaren Biere dieser Süſsstoff kaum nachzuweisen sein. Dasselbe Verhalten findet sich auch bei einem klaren, aber sauren Biere. Bei diesen Bieren kann nur im Bodensatze der Süſsstoff nachgewiesen werden.

Um das Glycirrhizin von den Hopfenbestandtheilen zu trennen, genügt ein Mischen mit Calciumhydrat, Eindampfen, Austrocknen, Zerreiben zu Pulver und Behandeln mit 90 procentigem Weingeist; letzterer löst die Hopfenbestandtheile, aber nicht das Calciumgtycirrhizinat, welches auch in Wasser schwer löslich ist und, mit Essigsäure behandelt, das Glycirrhizin freiläſst.

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