Titel: Neue Art der mehrfachen Telephonie.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 4 (S. 182–183)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi04_5

Neue Art der mehrfachen Telephonie.

In der Lumière électrique, 1886 Bd. 20 S. 97 bespricht Maurice Leblanc eine neue Lösung der Aufgabe: „Eine Einrichtung anzugeben, mittels welcher von einer beliebigen Anzahl von Fernsprechstellen A1, A2, B1, B2, C1, C2 u.s.w., welche in dieselbe Leitung hinter oder neben einander eingeschaltet sind, gleichzeitig A1 mit A2 B1 mit B2, C1 mit C2 u.s.w. sprechen kann.“ Diese Aufgabe lieſs sich zwar als gleichzeitige mehrfache Telephonie nach Art des harmonischen Telegraphen von Elisha Gray (vgl. 1877 225 * 46) lösen, wobei Leblanc mit Stimmgabeln zum Ziele zu kommen hofft, welche mindestens 6000 bis 7000 Schwingungen in der Secunde machen, damit ihr eigener Ton nicht hörbar sei. Doch gibt Leblanc der absatzweisen mehrfachen Telegraphie den Vorzug und will dabei nicht (wie B. Meyer, Baudot u.a., vgl. 1883 250 * 307) in der am nächsten liegenden Weise die verschiedenen Telephonpaare durch den Vertheiler in regelmäſsiger Abwechselung an die Leitung zu legen, sondern |183| – behufs Beseitigung des Knackens beim Anlegen der einzelnen Paare – sämmtliche Sprechstellen am Vertheiler einfach hinter einander beständig in die Leitung einschalten. Dazu soll für jede Sprechstelle am Vertheiler ein Elektromagnet mit drei getrennten Spulen angeordnet werden; die erste und zweite Spule wird in entgegengesetztem Sinne in die Leitung eingeschaltet, welche die beiden Vertheiler mit einander verbindet; die dritte dagegen liegt in der (Local-) Leitung, welche von dem Vertheiler nach dem Telephon der zugehörigen Fernsprechstelle führt. Die Kerne dieser Elektromagnete sind aus Stahl und kräftig magnetisirt, die beiden ersten Spulen aber so mit einander abgeglichen, daſs eine Induction aus denselben in die dritte und umgekehrt für gewöhnlich nicht stattfindet, sondern nur dann, wenn dem Kern ein Stück weiches Eisen gegenüber gestellt wird. Dieses Eisenstück nun ersetzt den sonst bei der mehrfachen absatzweisen Telegraphie verwendeten Vertheilerarm, indem es, mit entsprechender Geschwindigkeit um eine Achse umlaufend, abwechselnd der Reihe nach ein Paar der Telephone zum Sprechen und Hören befähigt, während die anderen unwirksam sind. Die Gestalt des Eisenstückes muſs so gewählt werden, daſs seine Annäherung an den Kern und seine Entfernung von demselben keinen Ton im Telephon erzeugt.

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