Titel: Verfahren, die Schwingungen eines vollkommen freien Pendels zu zählen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 2 (S. 225)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi05_2

Verfahren, die Schwingungen eines vollkommen freien Pendels zu zählen.

Das Maſs der Intensität der Schwere an einem gegebenen Orte leitet man bekanntlich aus der Schwingungsdauer des Pendels ab. Die einzige bis jetzt bekannte Methode, die letztere zu bestimmen, besteht darin, daſs man die Anzahl der von einem vollkommen freien Pendel in einer gegebenen Zeit ausgeführten Schwingungen einfach zählt. Je länger der Versuch dauert, desto genauer ist das Ergebniſs, um so gröſser aber auch die Ermüdung des Beobachters. Die Frage, ob sich nicht ein Zählapparat ausführen Heise, welcher die Pendelschwingungen verzeichnet, ohne jedoch die geringste mechanische Wirkung auf das Pendel selbst auszuüben, hat nach den Comptes rendus, 1886 Bd. 102 S. 1523 in Marcel Deprez die Idee angeregt, daſs die bekannte Empfindlichkeit und Augenblickswirkung kleiner thermoelektrischer Säulen, deren man sich bei Untersuchungen über strahlende Wärme bedient, zu dem gewünschten Ziele führen könne. Es würde genügen, das Pendel mit einem Schirme zu versehen, der einen 30 bis 40mm langen und 3 bis 4mm breiten Spalt enthielte. Eine helle Erdöllampe mit flachem Dochte würde bei jeder Schwingung ein Lichtbündel, welches nöthigen Falles noch durch eine Cylinderlinse concentrirt werden könnte, durch diesen Spalt auf eine Thermosäule senden, deren paarige Löthstellen über eine Länge gleich der des Spaltes vertheilt wären. Man erhielte demnach bei jeder Schwingung einen elektrischen Strom, welcher, durch ein sehr empfindliches Galvanometer geleitet, die Pendelschwingungen wiedergeben würde. Die Galvanometernadel hätte nur einen sehr kleinen Bogen zu durchlaufen und die Arbeit eines Relais zu verrichten, d.h. jede ihrer Bewegungen würde einen Hilfsstrom schlieſsen, in welchen ein elektrischer Zählapparat eingeschaltet wäre.

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