Titel: Goubet's unterseeisches Boot.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 3 (S. 225–226)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi05_3

Goubet's unterseeisches Boot.

Die Betriebskraft für das unterseeische Boot von C. Goubet liefern nach dem Telegraphic Journal, 1886 Bd. 18 * S. 516 Secundärbatterien und zwar 30 Elemente, von denen 6 als Ersatz in Bereitschaft gehalten werden. Der Elektromotor, eine Siemens'sche Dynamomaschine von der für Straſsenbahnen benutzten Art, ist so berechnet, daſs eine Geschwindigkeit von 5 Knoten in der Stunde (entspr. 2m,57 in der Secunde) erreicht wird. Der Motor wiegt 180 bis 200k und liefert bei einer elektromotorischen Kraft von 48 Volt 8,8 Ampère; unter diesen Verhältnissen ist das Boot auf 10 bis 12 Stunden mit Elektricität versorgt. Bei unterseeischen Untersuchungen kann dem Boote von dem Schiffe, zu welchem es gehört, die Elektricität zugeführt werden. Der Torpedo liegt in dem Hintertheile des Rumpfes; der Leitungsdraht ist auf eine auſserhalb liegende Trommel aufgewickelt und zu dem Umschalter geführt, welcher dem Officier zur Hand liegt. Im Vordertheile ist ein Messer angebracht, welches mittels eines Hebels 3m vor das Boot vorgeschoben werden kann, um die Drähte von etwa vorhandenen Vertheidigungstorpedos abzuschneiden. Eine kleine Glühlampe, an der Stelle, wo das Messer heraustritt, leuchtet dazu. Bei Ankunft unter dem anzugreifenden Schiffe, welche der Officier durch das obere Fenster bemerkt, setzt er eine Pumpe in Thätigkeit, um das Boot lothrecht zu senken; dann läſst er den Torpedo los, welcher emporsteigt und sich an dem Hintertheil des Schiffes mittels Enterhaken anheftet. Hierauf zieht sich das Boot zurück, der Leitungsdraht wickelt sich von der Trommel ab und zeigt zugleich die zurückgelegte Entfernung an. Ist die letztere groſs genug, so bewirkt der Officier die Zündung. Das Boot steigt dann zum Meeresspiegel empor durch Leerung |226| der Behälter und kehrt zu seinem Schiffe zurück. Das Boot kann mit seinem Schiffe in Verbindung bleiben, bei geringen Entfernungen mittels eines Telephondrahtes, sonst mittels Raketen.

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