Titel: Zur Kenntniſs des Hanföles.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 7 (S. 226–227)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi05_7

Zur Kenntniſs des Hanföles.

Nach Versuchen von A. Bauer und K. Hazura (Monatshefte für Chemie, 1886 S. 216) ist die durch Verseifen von Hanföl erhaltene Hanfölsäure völlig der Leinölsäure gleich; ihre Salze krystallisiren nicht, oxydiren sich begierig an der Luft und sind mit Ausnahme der Alkalisalze in Wasser unlöslich; in |227| Aether sind alle löslich, in Alkohol dagegen mit Ausnahme des Blei-, Mangan-, Natron- und Ammonsalzes unlöslich. Die Analyse bestätigt die Formel C16H28O2. In Aether oder Eisessig vertheilt nimmt die Hanfölsäure 4 Atome Brom auf.

Die Hanfölsäure gibt bei niedriger Temperatur mit Aetzkali verschmolzen, Myristinsäure, C14H28O2, Essigsäure, Ameisensäure als Hauptproducte; in geringer Menge entsteht noch Azelaїnsäure. Mit übermangansaurem Kalium oder Wasserstoffsuperoxyd behandelt bildet sich Azelaїnsäure, C9H16O4, und Sativinsäure, C32H62O11. Sonach kann man sich die Sativinsäure durch Zusammentritt zweier Moleküle einer Tetraoxyfettsäure unter Austritt eines Moleküls Wasser entstanden denken: 2C16H32O6 – H2O = C32H62O11.

Die Sativinsäure krystallisirt aus Wasser in seidenartig glänzenden, mikroskopischen Nadeln, welche sich fettig anfühlen: sie ist unlöslich in kaltem Wasser, in Aether, Schwefelkohlenstoff, Benzol und Chloroform, Dagegen löst sie sich in 2000 Th. siedenden Wassers; sie löst sich in Eisessig, ferner, wenn auch schwer, in Alkohol und in einem Gemenge von Alkohol und Chloroform. Der Schmelzpunkt ist 160°.

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