Titel: Ueber das Vergiften schädlicher Insekten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 8 (S. 227)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi05_8

Ueber das Vergiften schädlicher Insekten.

Nach J. Neßler (Wochenblatt des badischen landwirthschaftlichen Vereins, 1886 Nr. 8) ist es bei der Vertilgung der den Pflanzen schädlichen Insekten wesentlich, daſs die Insekten rasch und sicher benetzt werden. Die Flüssigkeit muſs ferner leicht in die Risse und Vertiefungen, in welchen sich die Insekten befinden, eindringen; es ist dies noch ganz besonders wichtig bei den Blutläusen, weil diese sich oft in kleinen Rissen und Vertiefungen und unter der Rinde der Bäume befinden und weil das Eindringen der Flüssigkeiten durch die Wolle der Blutläuse wesentlich verhindert wird. Besonders günstig wirkt in dieser Richtung das Fuselöl. Bei der groſsen Vermehrungsfähigkeit der Blutläuse, bei dem groſsen Schaden, den sie anrichten, und bei der Arbeit, welche das Bekämpfen derselben verursacht, sollte man nur Mittel verwenden, welche einen möglichst sicheren Erfolg erwarten lassen. Folgende Lösung hat sich bei Neßler's Versuchen und bei ihrer Anwendung in der Obstbaumschule am besten bewährt: 30g Schmierseife und 2g frisches Schwefelkalium werden in Wasser aufgelöst, dann 32g oder 40cc reines Fuselöl zugesetzt und mit Wasser auf 1l verdünnt.

Wo die Blutlaus auftritt, sollten die Bäume in den Monaten März und April mit einem Pinsel sorgfältig in der Weise angestrichen werden, daſs das Gift in alle Risse und Vertiefungen eindringt. Besonders vorsichtig muſs das Anstreichen an den unteren Seiten der Aeste und an dem Wurzelhalse vorgenommen werden. Selbstverständlich muſs man später oft Nachschau halten und die Stellen mit Gift anstreichen, sobald das Auftreten der Blutlaus bemerkt wird.

Das sogen. Antivermin von Gebrüder v. Schenk in Heidelberg, angeblich ein Universal-Insektengift, besteht aus wirkungslosen Mineraltheilen und Fuselöl. Neßler warnt davor.

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