Titel: Zur Kenntniſs des Congoroth.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 10 (S. 276)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi06_10

Zur Kenntniſs des Congoroth.

Nach O. N. Witt (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1886 S. 1719) wird das durch Einwirkung von Tetrazodiphenylchlorid auf Naphtionsäure erhaltene Congoroth durch Reductionsmittel leicht entfärbt. Zur Untersuchung der Reductionsproducte löst man den Farbstoff in wenig heiſsem Wasser, versetzt mit Ammoniak und trägt Zinkstaub ein; die rothe Farbe verschwindet fast augenblicklich. Nun wird abgekühlt, wobei die Gesammtmenge des entstandenen Benzidins herauskrystallisirt. Es wird auf der Saugpumpe abfiltrirt und mit kaltem Wasser nachgewaschen. Von dem beigemengten Zinkstaube kann es mittels Alkohol getrennt werden. Die vom Benzidin abfiltrirte wässerige Flüssigkeit enthält die gebildete Diamidonaphtalinsulfosäure.

Um dieselbe in ein Chinoxalin überzuführen, wird die aus 7g (1 Mol.) reinem Congoroth bereitete Sulfosäurelösung mit Essigsäure angesäuert, bis fast zum Sieden erhitzt und dann rasch mit einer heiſsen Phenanthrenchinonlösung vermischt. Die letztere war aus 4g Phenanthrenchinon (1 Mol.) durch Auflösen in der eben nöthigen Menge verdünnter Natriumbisulfitlösung auf dem Wasserbade und Zusatz von Natriumacetat bereitet worden. Wenige Augenblicke nach dem Vermischen der beiden klaren Flüssigkeiten beginnt eine Krystallisation und sehr bald erstarrt die Flüssigkeit zum Brei feiner, citronengelber Nadeln des Natriumsalzes der Diphenylennaphtochinoxalinmonosulfosäure, C24H13N2SO3Na. Die Bildung dieser Verbindung zeigt, daſs die bei Reduction des Congoroth entstehende Sulfosäure den Orthodiaminen angehört. Dadurch wird die Stellung der einzelnen Seitenketten im Congoroth selbst festgestellt, andererseits aber auch die α1-α2 -Stellung der Naphtionsäure bestätigt. Endlich ergibt sich daraus die Constitution einer Reihe von Farbstoffen, welche sich von der durch Kochen der Diazonaphtionsäure mit Wasser erhaltenen α-Naphtolsulfosäure ableiten.

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