Titel: Ueber die Gährung des Zellstoffes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 10 (S. 315)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi07_10

Ueber die Gährung des Zellstoffes.

F. Hoppe-Seyler (Zeitschrift für physiologische Chemie, 1886 S. 201) findet, daſs die Entwicklung von Methan und Kohlensäure in feuchtem Erdboden, welcher Pflanzenreste enthält, namentlich bei Temperaturen über 18° lebhaft ist, während unter 8° keine Gasentwickelung mehr beobachtet wurde. Da die Gasentwickelung durch Erhitzen über 60° und durch Zusatz gährungsfähiger Stoffe dauernd verhütet wird, so liegen hier Gährungserscheinungen vor.

Hoppe-Seyler erwähnt, daſs das Vorhandensein entzündbarer Luft in Steinkohlenflötzen und ihr Ausströmen bei der Gewinnung der Steinkohle, sowie das Ausströmen entzündlicher Gase aus Sümpfen, Seen u. dgl. bereits im vorigen Jahrhunderte in weiteren Kreisen bekannt war, schon vor dem Briefe von Alexander Volta an seinen Freund, den Pater Campi, vom 14. November 1776, welcher diesen Gegenstand behandelt; doch ist Volta als der eigentliche Entdecker dieser Naturerscheinung anzusehen, um so mehr, als er zum ersten Male die chemischen Eigenschaften des entwickelten Gases untersucht und dabei gefunden hat, daſs dasselbe in bestimmten Volumenverhältnissen mit atmosphärischer Luft gemischt werden muſs, um eine möglichst starke Explosion bei der Entzündung der Mischung zu bewirken. Auch hat Volta festgestellt, daſs diese entzündbare Luft nicht bloſs in unter Wasser stehendem Lande, sondern auch in solchem Boden sich entwickelt, welcher nur sehr wenig vermodernde Pflanzenstoffe enthält; er erkannte ihr Fehlen in solchem Boden, der keine organischen Stoffe einschlieſst, und ihr reichliches Vorkommen in jeder Erde, welche an pflanzlichen und thierischen Resten reich ist.

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