Titel: Verfahren zur Darstellung von Pepton.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 12 (S. 316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi07_12

Verfahren zur Darstellung von Pepton.

Als Nucleoproteїne bezeichnet E. Merck in Darmstadt (D. R. P. Kl. 53 Nr. 35724 vom 6. Oktober 1885) solche Stoffe, welche beim Kochen mit Wasser unter Druck, sowie durch Säuren, Alkalien oder Fermente in Nucleїn und in Eiweiſs bezieh. Pepton zerfallen, z.B. das Vitellin des Eigelb oder das Caseїn der Milch.

Zur Herstellung von Pepton werden diese Stoffe mit Wasser unter Druck bei 150 bis 170° so lange behandelt, bis die Menge des abgespaltenen Nucleїns sich nicht mehr vermehrt. Hierfür sind z.B. bei Anwendung von 100g Caseїn und 1l destillirten Wassers etwa 10 Stunden nöthig. Das ausgeschiedene Nucleїn wird durch Filtration entfernt, die Peptonlösung noch weiter mit Wasser unter Druck bei 150 bis 170° digerirt, falls noch gröſsere Mengen unverändertes Eiweiſs in der Lösung enthalten sein sollten. Die zuletzt erhaltene Lösung enthält Caseїnpepton, welches in bekannter Weise abgeschieden wird.

Nach einem anderen Verfahren wird das Nucleoproteїn mit 0,1 procentiger Natronlauge so lange bei 80 bis 90° behandelt, bis der nach Neutralisation mit Säure auftretende Nucleїnniederschlag sich nicht weiter vermehrt. Hierzu sind bei Anwendung von 100g Caseїn und 1l der verdünnten Natronlauge etwa 8 Stunden nöthig. Die alkalische Lösung wird neutralisirt, filtrirt und das Pepton ausgeschieden. Oder das Nucleoproteїn wird in destillirtem Wasser mit oder ohne Zusatz von etwa 1 Proc. Aetzkali vertheilt, einige Zeit bei 40° behandelt, dann mit einem Fermente, welches in alkalischer Lösung peptonisirend wirkt, z.B. mit Trypsin (Pankreas-Ferment), versetzt und so lange bei 40° gehalten, bis sich der bei der Neutralisation auftretende Nucleїnniederschlag nicht mehr vermehrt.

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