Titel: Herstellung gelochter Glasscheiben und deren Verwendung zu Lüftungszwecken u. dgl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 3 (S. 313–314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi07_3

Herstellung gelochter Glasscheiben und deren Verwendung zu Lüftungszwecken u. dgl.

Die Glashütte der Gebrüder Appert liefert nach den Annales industrielles, 1886 Bd. 2 S. 27 gelochte Glasscheiben in zwei Mustern, von denen das eine 3,2 bis 3mm,5 dick und mit 5000 Löchern auf 1qm versehen ist, während das zweite 5mm Dicke hat und auf 1qm 2900 Löcher enthält; letztere sind kegelförmig |314| von 3mm und 6mm bezieh. von 4mm und 7mm,5 Durchmesser. Diese Scheiben werden zum Zwecke stetiger Lüftung als Einsätze in Fenster empfohlen (vgl. A. Müller 1883 250 352. Wintour 1885 257 488); es sollen dabei die gröſseren Oeffnungen der Löcher nach innen kommen, damit die einziehende Luft sich in feinen Strahlen auflöst und Zugbelästigungen vermieden werden. Für Räume, welche nicht stetige Lüftung erhalten sollen, wird empfohlen, entweder hinter der gelochten Scheibe eine Glasklappscheibe oder eine zweite gelochte Scheibe anzubringen, welche gegen die erste feststehende etwas verstellt werden kann, so daſs die Löcher sich mehr oder weniger decken.

Die Herstellung erfolgt nach einem von der Société Appert Frères in Clichy-la-Garenne und der Société Geneste Herscher et Co. in Paris (* D. R. P. Kl. 32 Nr. 35848 vom 23. April 1885) angegebenen Verfahren derart, daſs man die flüssige Glasmasse oder eine noch warme teigige Glasscheibe auf einer Platte ausbreitet, welche mit der beabsichtigten Lochform entsprechenden Stiften versehen ist. Wird dann über die Platte eine glatte Walze gerollt, so pressen sich diese Stifte in die Glasschicht ein. Umgekehrt kann auch die Platte glatt sein und die Walze die Stifte erhalten.

Solche gelochte Glasscheiben dürften auch Anwendung als Siebplatten bei chemischen Apparaten u. dgl. finden.

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