Titel: Anwendung des Celluloids zum Schütze von Schiffsböden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 8 (S. 354)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi08_8

Anwendung des Celluloids zum Schütze von Schiffsböden.

Zur Verhütung von Ablagerungen an der Schiffshaut wurde von Ferd. Capitaine in Berlin und Jul. Bernard in Paris Celluloid mit Erfolg versucht. Vor etwa 5 Jahren wurde auf die untere Fläche eines kleinen Schraubendampfers, welcher die Verbindung der Insel Re mit dem Festlande vermittelt, eine Celluloidplatte von 1mm,5 Stärke und 1qm Fläche befestigt. Das benutzte Celluloid war fast durchsichtig und hatte keinerlei Zusatz von Mineraltheilen bezieh. Farben erhalten. Eine von Jahr zu Jahr sich wiederholende Untersuchung ergab, daſs die Celluloidplatte auch nicht den geringsten Ansatz von Pflanzen oder Muscheln zeigte, während der übrige Schiffsboden davon stets so überzogen war, daſs eine jedesmalige Entfernung derselben nöthig wurde. An der Celluloidplatte war übrigens auch nach Verlauf von 4½ Jahren nicht die geringste Veränderung zu bemerken, weder in ihrer Stärke noch in der Elasticität und Beschaffenheit des Materials. Versuche mit Celluloidfirniſs wurden nicht angestellt; derselbe hat übrigens den Uebelstand, daſs er, um haltbar zu sein, auf eine vorher auf etwa 35° erwärmte Oberfläche aufgetragen werden muſs.

Der mitgetheilte und befriedigende Versuch verdient Beachtung, da der Preis des Celluloids gegenwärtig auf etwa 6 M. für 1k gesunken ist. Es ist übrigens wahrscheinlich, daſs zu dem angegebenen Zwecke das Celluloid nicht durch Hartgummi ersetzt werden kann. (Vor einigen Jahren – vgl. 1877 224 225 – wurde auf die angeblich erfolgreiche Verwendung von Papier hingewiesen, welches freilich viel billiger wäre wie Celluloid. Red.)

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