Titel: Ueber die Einwirkung von Schmierölen auf Metalle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 8 (S. 447–448)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi10_8

Ueber die Einwirkung von Schmierölen auf Metalle.

I. J. Redwood führte zahlreiche Versuche über die Einwirkung von Oelen auf Metalle aus, deren Ergebnisse im Journal of the Society of Chemical Industry, 1886 S. 362 mitgetheilt sind. Die Stücke der zu untersuchenden Metalle wurden gut gereinigt, mit Aether gewaschen, getrocknet und nachher gewogen. Dann brachte man sie in Röhren, welche je 15cc Oel enthielten, und überlieſs sie |448| während 12 Monaten sich selbst. Im Sommer wurden die Röhren auf einer Temperatur von 27°, im Winter auf 10 bis 13° gehalten. Nach einem Jahr wurden die Metallstücke nach gründlicher Reinigung wieder gewogen und der procentische Gewichtsverlust berechnet. Redwood benutzt bei seinen Versuchen oft Metallstücke verschiedener Schwere zur Prüfung der Einwirkung verschiedener Oele. Er macht gar keine Angaben über die Form und Oberfläche der Stücke. Eine genaue Vergleichung seiner Versuche ist dadurch leider nicht möglich.

Eisen wird am wenigsten angegriffen durch Robbenthran, am meisten durch Talgöl. Auf Messing hat Rüböl keine, Robbenöl wenig und Olivenöl am meisten Einwirkung. Zinn wird durch Rüböl nicht, durch Olivenöl wenig und durch Baumwollsamenöl am meisten angegriffen. Blei wird nicht verändert durch Olivenöl, stark dagegen durch Walfischöl, Schweinefett und Spermöl. Mineralisches Schmieröl hat keine, Spermöl wenig und Talgöl starke Einwirkung auf Kupfer.

Die Wirkungen der Oele auf verschiedene Metalle stellt Redwood folgendermaſsen zusammen: Mineralisches Schmieröl hat keine Wirkung auf Zink und Kupfer, wenig auf Messing, am meisten auf Blei. Olivenöl wirkt am wenigsten auf Zinn, am meisten auf Blei. Rüböl hat keine Wirkung auf Messing und Zinn, wirkt wenig auf Eisen, am meisten auf Kupfer. Talgöl wirkt am wenigsten auf Zinn, am meisten auf Kupfer, Schweinefett am wenigsten auf Zink, am meisten auf Kupfer. Baumwollsamenöl hat die geringste Wirkung auf Blei, die stärkste auf Zinn, Spermöl die geringste Wirkung auf Messing, die stärkste auf Zink. Walfischöl wirkt auf Zinn gar nicht, auf Messing wenig und auf Blei am meisten. Robbenthran hat die geringste Wirkung auf Messing, die stärkste auf Kupfer.

Aus Redwood's Versuchen ergibt sich, daſs mineralische Schmieröle im Allgemeinen die geringste, Spermöl dagegen die stärkste Wirkung auf Metalle ausüben. Zum Schmieren schwerer Maschinen ist Rüb- oder Spermöl, gemischt mit mineralischem Schmieröl, am besten geeignet, da dieses Gemisch geringe Wirkung auf Eisen und Messing hat. Talgöl sollte so wenig wie möglich zum Schmieren gebraucht werden, da es bedeutend auf Eisen wirkt.

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