Titel: Gerbverfahren mit Thonerdesulfat.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 6 (S. 494)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi11_6

Gerbverfahren mit Thonerdesulfat.

Nach J. S. Billwiller in St. Gallen (D. R. P. Kl. 28 Nr. 36015 vom 8. December 1885) werden die in gewöhnlicher Weise vorbereiteten Häute etwa 24 Stunden lang mit einer verdünnten Lösung von schwefelsaurem Aluminium behandelt, dann leicht ausgerungen und 5 bis 15 Minuten in eine 3 procentige Lösung von Natriumbicarbonat gelegt. Die Häute werden darauf nochmals je 5 bis 15 Minuten lang in einem geschlossenen Walkfasse mit denselben Lösungen behandelt. Bei der folgenden Behandlung mit einer stärkeren Aluminiumsulfatlösung und einer 5 procentigen Bicarbonatlösung findet 3 maliger Wechsel statt, wobei die Häute jedesmal 5 bis 15 Minuten in jeder Flüssigkeit bleiben. Dieses Verfahren läſst sich dahin vereinfachen, daſs die Haut gleich in eine 20 procentige Aluminiumsulfatlösung 24 Stunden lang gelegt wird und dann 3 bis 5 Stunden lang in eine 2,5 procentige Bicarbonatlösung. Zur Entfernung der oberflächlich haftenden Thonerde zieht man rasch durch 1 procentige Salzsäure und wäscht mit Wasser.

Die so behandelten Häute werden nun der Tannin- bezieh. Lohgerbung unterworfen. Dieselbe beginnt mit dem sogen. Abfärben in schwacher 1,5 procentiger Brühe, worauf eine 3 bis 4 tägige Behandlung mit einer 2 procentigen Brühe kommt. Weiter folgt eine Behandlung mit einer 3 procentigen Brühe, welche zur Vollendung des Gerbprozesses genügt. Dünnere Häute bleiben mit dieser letzten Brühe 3 bis 4 Wochen, dickere 8 bis 10 Wochen in Berührung, worauf die Gare erreicht ist. Alle weiteren Arbeiten, das Zurichten u.s.w., erfolgen nach den bisher bekannten Verfahren.

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