Titel: Zur Herstellung von Stampfasphalt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 12 (S. 550–551)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi12_12

Zur Herstellung von Stampfasphalt.

Nach Angaben der Deutschen Asphalt-Actiengesellschaft in Hannover (Oesterreichisch-Ungarisches Patent Kl. 80 vom 5. Juni 1885) erhält man durch Vermischen von Asphaltstein, Kalkstein, Sand u. dgl. mit bituminösen Stoffen kein so inniges Gemenge, als zur Herstellung eines widerstandsfähigen Pflasters erforderlich ist. Dies soll aber dadurch erreicht werden, daſs die gepulverten |551| Mineralien mit Wasser zu Brei angerührt werden, welchem man unter Erwärmen das Bitumen zusetzt. Der verwendete Rohasphalt soll vorher mit Schieferöl, Erdöl o. dgl. versetzt und erwärmt werden, damit sich die erdigen Beimengungen absetzen.

Bei der Ausführung wird Kalkstein oder Asphaltstein von geringem Bitumengehalt zunächst fein gepulvert, dann mit etwa 40 Proc. Wasser zu einem dünnflüssigen Schlamme vermischt und das Ganze in einem mit Rührwerk versehenen Behälter bis auf etwa 50° erwärmt. Hierauf setzt man das bis auf etwa 70° erwärmte und gereinigte Bitumen dem Gesteinschlamme unter Umrühren hinzu, wobei die Umhüllung der Gesteinkörperchen mit Bitumen fast augenblicklich eintritt. Bei der allmählichen Vermischung der Materialien wird die rührbare Beschaffenheit der Masse durch entsprechend fortschreitende Verdünnung mit Wasser bei einer Temperatur von 60 bis 70° unterhalten; die zuzusetzende Bitumenmenge kann bis zu 15 Procent des trockenen Steinmaterials betragen. Die erhaltene Masse wird an der Luft getrocknet, dann in Retorten längere Zeit auf 110° erwärmt, um die letzten Spuren von Wasser auszutreiben und die möglichste Durchtränkung der Steinkörperchen ohne Zersetzung des Bitumens zu bewirken. Nach dem Erkalten werden die so getränkten Steine pulverisirt und ist dann das Material zum Gebrauche fertig.

Frangenheim empfiehlt in der Deutschen Bauzeitung, 1886 S. 391 die von S. Kahlbetzer in Deutz hergestellten Asphaltplatten als in jeder Hinsicht dem Guſs- und Stampfasphalt vorzuziehen; sie werden aus heiſsem Asphaltpulver gefertigt, welches in genau abgewogenen Mengen in einer Presse unter einem Drucke von 40000k zu Platten von 3cm bezieh. 5cm Stärke und 25cm im Quadrat groſs zusammengepreſst wird. Die 3cm starken Platten finden Verwendung zu Bürgersteigen, Lagerräumen u.s.w. und die 5cm starken zu Fahrbahnen. In Folge des gleichmäſsigen Druckes sind die Platten auch dem Verschleiſse gleichmäſsig unterworfen. Dieselben werden auf eine 10cm starke Cementbetonunterlage verlegt. Die sehr engen Fugen verschwinden nach sehr kurzer Benutzungsdauer.

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