Titel: Zum Nachweise von Salicylsäure in Bier und Wein.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 13 (S. 551–552)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi12_13

Zum Nachweise von Salicylsäure in Bier und Wein.

Enthält Bier oder Wein nur geringe Mengen von Salicylsäure, so treten nach Rose (Archiv für Hygiene, 1886 S. 127) beim Ausschütteln mit Aether auch andere Stoffe in den Aether über, welche die Reaction mit Eisenchlorid verdecken. Dieser Fehler wird vermieden, wenn man 100cc Bier in einem Scheidetrichter nach dem Ansäuern mittels 5cc verdünnter Schwefelsäure mit gleichen Raumtheilen eines Gemisches von gleichen Theilen Aether und Petroläther durchschüttelt. Dann läſst man die wässerige Schicht ausflieſsen und gieſst die ätherische durch den Hals des Scheidetrichters unter gleichzeitigem Filtriren in ein Kölbchen. Nachdem jetzt der Aether und der gröſste Theil des Petroläthers bis auf wenige Cubikcentimeter abdestillirt worden ist, bringt man in den noch heiſsen Kolben 3 bis 4cc Wasser und schwenkt gehörig um. Man fügt alsdann unter gelindem Umschütteln einige Tropfen einer verdünnten Eisenchloridlösung hinzu und filtrirt den Inhalt des Kölbchens durch ein mit Wasser angefeuchtetes Filter, durch welches nur die wässerige Lösung flieſsen kann. Beim Zufügen von Eisenchloridlösung wird der Petroläther durch Aufnahme einer Eisenoxyd-Hopfenharzverbindung tiefgelb. Bei Abwesenheit von Salicylsäure ist das Filtrat beinahe wasserhell mit einem schwachen Stiche ins Gelbliche, ein Beweis, daſs keine Spur von Hopfengerbsäure aufgenommen wurde. Ist aber Salicylsäure auch nur in Spuren zugegen, so nimmt das Filtrat die bekannte violette Färbung an. Es läſst sich so noch 0mg,1 Salicylsäure in 1l Bier nachweisen.

Bei Weinuntersuchungen nimmt das Gemisch von Aether und Benzin geringe Mengen Weingerbsäure auf. Eine gleichzeitige Anwesenheit von Salicylsäure kann nur dann verdeckt werden, wenn dieselbe ihrerseits nur in Spuren zugegen ist. Immerhin vermag man dieselbe noch nachzuweisen. Bekommt man beim Zufügen von Eisenchlorid zur wässerigen Lösung schwache Gerbsäurereaction, so säuert man wiederum mit Schwefelsäure an, verdünnt hierauf mit Wasser auf 50cc und schüttelt noch einmal mit dem gleichen Volumen |552| Aether-Petroläther aus. War Salicylsäure zugegen, so erhält man, nach dem Abdestilliren der zweiten Ausschüttelung auf Zusatz von einem Tropfen Eisenchlorid zur wässerigen Lösung des Rückstandes, die charakteristische Salicylsäurereaction. Die Gerbsäure bleibt diesmal vollständig in der wässerigen Lösung. Auch bei stark Gerbsäure haltigen Rothweinen läſst sich noch 0mg,2 Salicylsäure in 1l nachweisen.

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