Titel: Zur Verwerthung von Abfallsäuren der Theer- und Mineralölfabriken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 14 (S. 552)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi12_14

Zur Verwerthung von Abfallsäuren der Theer- und Mineralölfabriken.

Um die bei der Reinigung der Braunkohlentheeröle, des Erdöles u. dgl. verwendete Schwefelsäure wieder zu gewinnen, wird die Säure nach weiterer Angabe der Chemischen Fabriks-Actiengesellschaft in Hamburg (D. R. P. Kl. 23 Zusatz Nr. 36372 vom 17. Oktober 1885, vgl. 1886 260 287) nach dem Abziehen aus den Wäschern sobald wie möglich mit Wasser verdünnt, wobei die Menge des Wassers zwar je nach der Natur der Abfallsäure in gewissen Grenzen wechselt, in der Regel aber so bemessen wird, daſs sie der in der Abfallsäure enthaltenen concentrirten Schwefelsäure dem Volumen nach gleichkommt. Man erhält dann zwei Schichten. Die untere Schicht wird, wenn sie als freie Säure Verwendung finden soll, durch Waschen mit phenolartigen Stoffen (Creosot, Carbolsäure) von den darin noch gelösten organischen Substanzen befreit und stellt hierauf eine nahezu wasserhelle Flüssigkeit dar, welche unmittelbar beispielsweise zum Zersetzen von Phenol- und Cresolnatron Verwendung finden kann. Will man sie dagegen zur Herstellung von schwefelsaurem Ammonium verwenden, so versetzt man sie mit etwas Anilin, Pyridin oder Chinolinbasen und neutralisirt mit Ammoniak. In den leichten Oelen des Steinkohlentheeres finden sich derartige Basen, wie sie der Prozeſs erfordert, in ausreichender Menge, so daſs gegebenen Falles die in Rede stehende Schwefelsäure anstatt mit freien Basen mit einer geeigneten Menge rohen Leichtöles, welches an die Säure nur die Theerbasen abgibt, gewaschen werden kann.

Die obere, aus Sulfosäuren und Kohlenwasserstoffen bestehende Schicht, welche bei der erwähnten Verdünnung der Abfallsäure mit Wasser auf der Schwefelsäure aufschwimmt, wird mit gröſseren Mengen Wasser ausgezogen. Der wässerige Auszug enthält vorzugsweise Sulfosäuren, aus deren Ammoniaksalzen, wie bekannt, durch trockene Destillation die denselben zu Grunde liegenden Kohlenstoffverbindungen zurück erhalten werden können, während die zurück bleibenden harzigen und öligen Körper aus Kohlenwasserstoffen bestehen, welche, in ihren Eigenschaften den hochsiedenden Theerölen nahestehend, wie diese zu bekannten Zwecken Verwendung finden können.

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