Titel: Langgaard's bezieh. W. Mayers elektrischer Wasserstandszeiger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 261/Miszelle 6 (S. 548–549)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj261/mi261mi12_6

Langgaard's bezieh. W. Mayers elektrischer Wasserstandszeiger.

Während man sonst bei Wasserstandszeigern bemüht ist, beim Fallen des Wasserspiegels den Zeiger eine entgegengesetzte Drehung von derjenigen machen zu lassen, welche beim Steigen des Spiegels ihm ertheilt wird, sind neuerdings zwei Wasserstandszeiger aufgekommen, bei denen in beiden Fällen bloſs Drehungen in demselben Sinne auftreten. Den einen erläutert Langgaard in der Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, 1886 S. 498 folgendermaſsen: In dem |549| Empfänger ist es vermieden, den Zeiger, nachdem er nach vorwärts bewegt worden, wieder nach rückwärts zu stellen; wenn das Zifferblatt ebenfalls in derselben Richtung wie der Zeiger weiterrückt, wird derselbe Zweck erreicht, als wenn der Zeiger wieder nach rückwärts gestellt würde. Letzteres ermöglicht aber die äuſserste Einfachheit des Zeigerwerkes, da zwei Elektromagnete genau dasselbe verrichten. Der erste Elektromagnet schiebt mittels gewöhnlichen Schaltwerkes den Zeiger vor, der zweite in gleicher Weise das Zifferblatt. Beide Elektromagnete erhalten von einer Lokalbatterie den Strom in demselben Sinne und zwar ersterer beim Steigen des zu verzeichnenden Flüssigkeitstandes, letzterer beim Fallen desselben. Die jedesmalige Einschaltung der Elektromagnete in den Kreis der Lokalbatterie erfolgt durch ein polarisirtes Relais, dessen Anker im Ruhezustande durch eine geeignete Vorrichtung zwischen beiden Polen gehalten wird, so daſs eine Stromschlieſsung nach dem rechts und links liegenden Contacte nicht stattfindet. Ein von der entfernten Station gesendeter positiver Strom bewegt den Anker des Relais nach rechts, ein negativer Strom nach links und schaltet so entweder den einen, oder den anderen Elektromagnet ein und veranlaſst dadurch das Vorrücken des Zeigers oder des Zifferblattes. Der Geber besteht gleichfalls aus einer sehr einfachen Contactvorrichtung; mittels Schwimmer, Ketten und Kettenrad wird wie üblich ein doppelarmiger Contacthebel nach Art einer Wippe bewegt, wodurch je nach der Bewegungsrichtung der positive oder negative Pol einer Linienbatterie in die Leitung eingeschaltet und so das Relais der Meldestation in vorher beschriebener Weise in Thätigkeit gesetzt wird.

Bei Gewittern und ähnlichen Störungsursachen wird mittels eines Umschalters die Vorrichtung aus- und ein kleines Läutewerk eingeschaltet, welches beim höchsten bezieh. niedrigsten zulässigen Stande zu klingeln beginnt, worauf mit der Hand der Zeiger richtig gestellt wird.

Auch bei dem für Wilbur S. Mayers in Fort Apache, Arizona, patentirten Wasserstandszeiger entsendet nach dem Scientific American, 1886 Bd. 55 * S. 35 der Geber beim Steigen und Fallen des Wasserspiegels entgegengesetzte Ströme aus einer Batterie nach dem Empfänger, in welchem dieselben sich jedoch nach den Spulen zweier Elektromagnete verzweigen, den einen derselben entmagnetisiren, im anderen dagegen den Magnetismus verstärken. Der beim Steigen. des Wasserspiegels um 1 Maſseinheit entsendete Strom läſst durch seine Wirkung im ersten Elektromagnete den Zeiger auf einem Zifferblatte um den der Maſseinheit entsprechenden Raum vorwärts rücken. Die beim Fallen des Wasserspiegels entsendeten Ströme wirken im zweiten Elektromagnete, „dessen Anker dann in einer Weise auf den die Meldung empfangenden Apparat wirkt, daſs der durch den Zeiger angegebene Betrag sich vermindert“. So wird „der Wasserstand stets durch den Zeiger in Verbindung mit dem Zifferblatte angegeben“.

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