Titel: Zur Kenntniſs der Elaïdin-Reaction.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 10 (S. 47–48)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is01_10

Zur Kenntniſs der Elaïdin-Reaction.

Fügt man nach Finkener (Mittheilungen aus den technischen Versuchsanstalten, 1886 S. 113) zu 10cc Olivenöl 1cc Salpetersäure von 1,4 sp. G. und 0g,4 Kupferspäne und schüttelt nach etwa ½ Minute, so werden die rothen Dämpfe gelöst und das auf 10 bis 12° abgekühlte Oel erstarrt innerhalb 30 Minuten zu einer vollständig festen Masse. Verwendet man statt Kupfer Quecksilber, so erstarrt das Oel später. Ersetzt man die Salpetersäure durch Schwefelsäure von 1,53 sp. G. und das Kupfer durch eine concentrirte Lösung von salpetrigsaurem Kali, so bilden sich rothe Dämpfe wie vorhin. Beim Schütteln werden dieselben gelöst, aber das Oel, auf 10 bis 12° abgekühlt, erstarrt auch nach 24 Stunden nicht. Behandelt man das Oel auf gleiche Weise mit Salpetersäure von 1,2 sp. G. und salpetrigsaurem Kali, so fängt das Oel erst nach etwa 12 Stunden an, fest zu werden. Nimmt man Salpetersäure von 1,4 sp. G. und |48| salpetrigsaures Kali, so tritt die Erstarrung nach 3 Stunden ein. Beim Mischen des Oeles mit Salpetersäure von 1,4 sp. G. ohne einen anderen Zusatz erstarrt das Oel nicht. Ein Gemisch aus gleichen Volumen rauchender Salpetersäure und Wasser bringt das Oel nach 4 Stunden zum Erstarren. Werden salpetrigsaure Dämpfe durch das Oel geleitet, so tritt die Erstarrung erst nach mehreren Stunden ein.

In entsprechender Weise mit Kupfer und Salpetersäure behandelt, erstarrt auſser Olivenöl das Erdnuſsöl, dagegen Mohnöl und Leinöl nicht, Sesamöl wird nach 75 Minuten bei 10° so fest wie weiche Butter. (Vgl. Archbutt 1886 261 311.)

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