Titel: Ueber Verwerthbarkeit des egyptischen Erdöles.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 6 (S. 94–95)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is02_06

Ueber Verwerthbarkeit des egyptischen Erdöles.

Nach den in den Tagesblättern bezieh. im Engineering, 1886 Bd. 42 S. 579 erscheinenden Berichten aus Kairo zeichnen sich die in Jebel Zeyt erbohrten |95| Erdölquellen durch groſsen Reichthum aus. Das Oel ist bis jetzt noch nicht näher untersucht, insbesondere ist das durchschnittliche specifische Gewicht noch unbekannt. Es soll das Oel in seinem specifischen Gewichte dem schweren, in Birma sich findenden Oele am nächsten kommen und nur ungefähr 8 bis 10 Proc. raffinirtes Leuchtöl liefern, was im Vergleiche zum amerikanischen Rohöle, welches 75 Proc. und zum russischen, welches 30 Proc. Brennöl liefert, sehr wenig genannt werden muſs. Danach wäre ein starker Wettbewerb dieses egyptischen Oeles vorerst noch nicht zu erwarten. Da jedoch das Petroleum desselben Bezirkes sehr oft groſse Abweichungen im specifischen Gewichte aufweist, so werden vorerst die Ergebnisse abzuwarten sein, welche die in London und Antwerpen veranstaltete Untersuchung liefern wird. Aber auch wenn hierdurch die Angaben über das hohe specifische Gewicht ihre Bestätigung finden sollten, ist dem egyptischen Erdöle eine Zukunft doch nicht ohne Weiteres abzusprechen. Je gröſsere Mengen schwerer Oele aus Ruſsland, Britisch-Birma und Egypten auf den Markt gebracht werden, desto mehr wird sich das Bestreben geltend machen, Lampen zu construiren, auf denen so schwere Oele mit Erfolg gebrannt werden können. So läſst sich auf der in England schon jetzt sehr gebräuchlichen Defries-Lampe ein Oel von 0,830 sp. G. verwenden (vgl. 1881 240 290. 1886 260 * 178. 261 77). Die Ausbeute an so schwerem Brennöl aus egyptischem Erdöl stellt sich dann natürlich bedeutend höher als auf 10 Proc. und die Verwendung dieser schweren Oele zu Leuchtzwecken wird einerseits begünstigt werden durch die groſse Sicherheit, welche dieselben gewähren und die dem Brennen von Colza und anderen Pflanzenölen gleichkommt, andererseits durch die in Folge der Massenherstellung nothwendig bedingte Herabdrückung des Preises.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: