Titel: Verfahren zur Herstellung von Strontium- oder Bariumchlorid u. dgl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 7 (S. 143)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is03_07

Verfahren zur Herstellung von Strontium- oder Bariumchlorid u. dgl.

Bei dem früher (1884 253 440) beschriebenen Verfahren zur Darstellung von Chlorbarium will B. Wackenroder in Cöthen (D. R. P. Kl. 75 Nr. 36388 vom 4. August 1885) an Stelle des Bariumsulfides und der einzuleitenden Kohlensäure Bariumcarbonat unmittelbar anwenden.

Zunächst wird die wässerige Chlorcalcium- oder Chlormagnesiumlösung bis zum Beginne der Zersetzung (Salzsäure-Entwickelung) concentrirt und sodann die äquivalente Menge trockenes oder feuchtes Bariumcarbonat unter Umrühren zugesetzt. Die durch die Zersetzung der Chloride frei werdende Salzsäure bewirkt nunmehr unter lebhafter Entwickelung von Kohlensäure die Bildung einerseits von Chlorbarium, andererseits von Calciumhydroxyd oder Magnesiumhydroxyd; jedoch ist diese Umsetzung erst eine derart unvollkommene, daſs 100 Th. der nunmehr breiig gewordenen Masse ungefähr 38 Th. Chlorbarium, 36 Th. Bariumcarbonat, 8 Th. Magnesia und 18 Th. Chlormagnesium in der Trockensubstanz enthalten. Um eine vollkommene Umsetzung zu erreichen, hat man lediglich die Temperatur der breiigen Masse noch bis auf etwa 200° zu steigern. Dies kann in einem Frittofen unter Umkrücken der Masse vorgenommen werden, wobei schlieſslich eine aus etwa 83 Proc. Chlorbarium und 17 Proc. Magnesia oder Kalk bestehende, ziemlich weiſse poröse Masse gewonnen wird. Durch Behandlung dieser Masse mit Wasser erfolgt die Trennung beider Substanzen.

Eine praktische Anwendung des beschriebenen Verfahrens besteht beispielsweise in der Verarbeitung von Abfalllaugen, welche aus Chlorcalcium (wie bei der Ammoniaksodafabrikation) oder aus Chlormagnesium (wie bei der Kalifabrikation aus Carnallit) bestehen. In letzterem Falle trägt man den bei der Schwefelbariumbereitung durch Reduction von Schwerspath mit Kohle in Flammöfen erhaltenen, in Wasser unlöslichen Rückstand, welcher der Hauptsache nach aus kohlensaurem Baryt besteht, in die siedenden Abfalllaugen ein, bringt zur Trockne, frittet das Gemisch, zieht mit Wasser aus und erhält auf diese Weise Chlorbarium und Magnesia.

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