Titel: Zur Werthbestimmung des Chlorkalkes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 8 (S. 143–144)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is03_08

Zur Werthbestimmung des Chlorkalkes.

Das Verfahren zur Bestimmung des bleichenden Chlores im Chlorkalk von G. Lunge (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1886 S. 868) beruht darauf, daſs unterchlorigsaure Salze, mit Wasserstoffsuperoxyd gemischt, augenblicklich ihren wirksamen Sauerstoff hergeben, ebenso wie das Wasserstoffsuperoxyd selbst, so daſs man die doppelte Menge Sauerstoff erhält.

Man stellt z.B. in gewöhnlicher Weise eine (trübe) Chlorkalklösung von 10g Substanz in 250cc Wasser her, pipettirt davon 5cc (= 0g,2 Chlorkalk) heraus und läſst dies in den äuſseren Raum des Zersetzungsfläschchens des Nitrometers flieſsen. In das innere Röhrchen gibt man eine jedenfalls überschüssige Menge von Wasserstoffsuperoxyd; hierzu wird 2cc des käuflichen Stoffes genügen, welcher ja nahezu sein 10faches Volumen an wirksamem Sauerstoffe enthält. Diese Menge braucht nicht genau gemessen zu werden und der Gehalt des Wasserstoffsuperoxydes braucht nicht bekannt zu sein, wenn man nur sicher ist, einen Ueberschuſs davon anzuwenden. Nun steckt man das Fläschchen auf den Kautschukpfropfen auf, indem man es beim Halse faſst, um merkliche Erwärmung desselben zu vermeiden, dreht dann den Hahn des Nitrometers so, daſs das Fläschchen mit dem Meſsrohre verbunden ist, in welchem das Quecksilber vorher auf den Nullpunkt eingestellt war, neigt das Fläschchen, so daſs die Flüssigkeiten sich vermischen, schüttelt einige Augenblicke um, stellt das Quecksilber in beiden Röhren in gleiche Höhe und liest ab.

Bei Verwendung von 0g,2 Chlorkalk entspricht je 1cc Gas, auf 0° und |144| 760mm berechnet, 5 französischen Grad oder 1,632 Gew.-Proc. bleichendes Chlor. Löst man 7g,917 Chlorkalk auf 250cc und verwendet zu jeder Probe 5cc Lösung, so entspricht 1cc Gas 2 Proc. Chlor.

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