Titel: Herstellung von Bleiweiſs aus Bleioxyd mit Hilfe von Magnesiumacetat.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 10 (S. 144)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is03_10

Herstellung von Bleiweiſs aus Bleioxyd mit Hilfe von Magnesiumacetat.

W. Kubel in Holzminden (D. R. P. Kl. 22 Nr. 36 764 vom 27. November 1885) hat beobachtet, daſs eine mäſsig concentrirte Lösung von essigsaurer Magnesia die Fähigkeit hat, Bleioxyd sehr rasch in Bleioxydhydrat zu verwandeln und zum gröſsten Theile zu lösen, so daſs die Lösung alkalische Reaction zeigt. Das Magnesiumacetat wirkt also hydratisirend auf das Bleioxyd und zeigt sonach dieselbe Wirkung, wie sie vom Bleiacetat schon längst bekannt ist. Aus der Lösung wird das Blei mittels Kohlensäure als Bleiweiſs gefällt, während eine von Blei nahezu freie Magnesiumacetatlösung zurückbleibt, welche wiederum zur Lösung von Bleioxyd Verwendung finden kann. Das auf diese Weise hergestellte Bleiweiſs soll dem nach der französischen Methode hergestellten an Güte mindestens gleichkommen, nicht krystallinisch, leicht zerreiblich und von vorzüglicher Deckkraft sein. Die neue Darstellungsweise soll vor der französischen den Vorzug haben, die Anwendung der sehr billigen und stark hydratisirend und lösend wirkenden Magnesiumacetatlösung zu gestatten, welch letztere auſserdem immer wiedergewonnen wird; ferner gibt das Verschwinden der alkalischen Reaction beim Einleiten der Kohlensäure den Punkt der völligen Umwandlung des Hydrates in Carbonat sicher an.

Zur Umwandlung des Bleioxydes in das Hydrat bezieh. zur Lösung desselben bedient man sich einer mäſsig concentrirten Lösung von Magnesiumacetat, aus verdünnter Essigsäure und irgend einem Magnesiumcarbonate hergestellt. Lösungen, welche 20 bis 10 Procent des krystallisirbaren Salzes von der Formel Mg(C2H3O2)2 + 4aq enthalten, scheinen sich am besten zu eignen.

Die Menge des Bleioxydes wird so groſs genommen, daſs auf 1 Th. des festen Acetates in der Lösung etwa 1 bis 1½ Th. Bleioxyd kommen. Das Erwärmen der Mischung von Bleioxyd und Acetatlösung wird so lange fortgesetzt, bis die Farbe weiſs geworden ist; dann läſst man, erforderlichenfalls nach dem Verdünnen, absetzen und verwendet die klare oder nur wenig trübe Flüssigkeit zur Fällung. Die Kohlensäure wird in die abgegossene Flüssigkeit unter Umrühren so lange eingeleitet, bis die alkalische Reaction verschwunden ist und in einer abfiltrirten Probe der Flüssigkeit nur noch geringe Mengen von Blei nachweisbar sind.

Das ausgeschiedene Bleiweiſs wird in bekannter Weise gesammelt, ausgewaschen und getrocknet. Die Magnesiumacetatlösung wird entweder sofort wieder verwendet, oder durch Abdampfen oder Zusatz von frischem Magnesiumacetat auf genügende Concentration gebracht.

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