Titel: Ueber die Phosphorescenz des Schwefelcalciums.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 15 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is05_15

Ueber die Phosphorescenz des Schwefelcalciums.

A. Verneuil beschreibt in den Comptes rendus, 1886 Bd. 103 S. 600 ein Verfahren zur Herstellung von Schwefelcalcium mit violetter Phosphorescenz. 20g fein gepulverter, gebrannter Muschelkalk werden mit 6g Stangenschwefel und 2g Stärke gut gemischt, dann nach und nach 8cc einer Lösung von 0g,5 basisch salpetersauerem Wismuthoxyd in 100cc mit einigen Tropfen Salzsäure angesäuertem Alkohol hinzugefügt. Nachdem der Alkohol verdunstet ist, wird die Masse in einem bedeckten Tiegel 20 Minuten auf helle Kirschrothglut erhitzt. Man läſst sie darauf erkalten, pulverisirt und calcinirt noch einmal ¼ Stunde bei der gleichen Temperatur. Ist der Prozeſs des Glühens richtig geführt, so erhält man die Substanz in kleinen, leicht zerdrückbaren Körnern.

Verneuil hat auch Versuche mit anderen Schwefelmetallen angestellt und gefunden, daſs Antimon, Kadmium, Quecksilber, Zinn, Kupfer, Platin, Uran Zink, Molybdän keinen wesentlichen Einfluſs auf die Stärke der Phosphorescenz ausüben, sondern nur die Farbe von grüngelb bis grünblau verändern. Durch die Schwefelverbindungen von Kobalt, Nickel, Eisen und Silber wird dieselbe stark heruntergedrückt; Braunstein dagegen erzeugt eine schön orange Farbe. Auch die Menge der Metallsalze ist zu berücksichtigen; fügt man zu einer Mischung von 100g Kalk, 30g Schwefel und 10g Stärke 0g,035 Bleiacetat in alkoholischer Lösung, so erhält man eine starke grüngelbe Phosphorescenz; bei einem Gehalte von 0g,4 Bleiacetat geht dieselbe in weiſsgelb über und wird wesentlich schwächer; bei 1g,60 verstärkt sich die gelbe Farbe, bis sie bei Anwendung von 3g,5 orange wird und bei noch gröſseren Mengen von Acetat vollständig verschwindet.

Absolut reines Schwefelcalcium besitzt keine bemerkenswerthe Phosphorescenz; dieselbe kann jedoch schon durch kleine Mengen von Silicium, Magnesia, Phosphaten oder Alkalien hervorgerufen werden.

100 Th. Strontiumcarbonat, 30 Th. Schwefel und 5 Th. arsenige Säure geben eine lebhafte, blaugrüne Phosphorescenz, wenn das Strontiumcarbonat aus Chlorstrontium und Ammoniumcarbonat erzeugt ist; war es dagegen aus Chlorstrontium und Natriumbicarbonat hergestellt, so ändert sich die Farbe in gelbgrün durch die darin noch enthaltenen Spuren (schon bei Gegenwart von 0,002) von doppelt kohlensaurem Natrium.

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