Titel: Brüniren von Eisen und Stahl mittels des elektrischen Stromes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 6 (S. 285)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is06_06

Brüniren von Eisen und Stahl mittels des elektrischen Stromes.

Für das Brüniren von Eisen- und Stahlgegenständen besteht eine groſse Zahl von Vorschriften; sie bezwecken sämmtlich auf dem Eisen eine Oxydschicht herzustellen, die so fest haftet, daſs sie das Glätten und Poliren verträgt, und welche zugleich dicht genug ist, um das Eisen vor weiterer Oxydation zu schützen. Die verschiedenen Verfahren leiden aber alle an dem Umstände, daſs sie sehr oft wiederholt werden müssen, bis ein gleichmäſsiger Ueberzug zu Stande kommt. A. de Méritens in Paris (vgl. auch D. R. P. Kl. 40 Nr. 37596 vom 25. April 1886) theilte in der Sitzung der Société internationale d'Electricité vom 7. Juli d. J. ein Verfahren mit, welches viel rascher zum Ziele führen soll. Er erzeugt die Oxydschicht mit Hilfe des galvanischen Stromes, indem er die eisernen Gegenstände als Anode in einem Bade von gewöhnlichem oder destillirtem Wasser anbringt. Als Kathode dienen die Wände des aus Eisen hergestellten Bades, oder auch eine eingehängte Platte aus Eisen. Kupfer oder Kohle. Das Wasser wird auf einer Temperatur von 70 bis 80° erhalten. Die elektromotorische Kraft muſs eben groſs genug sein, um das Wasser zu zersetzen; ein zu starker Strom erzeugt eine pulverige Schicht, die nicht fest genug haftet.

Unter der Einwirkung des an der Anode abgeschiedenen Sauerstoffes bildet sich im Laufe von 1 oder 2 Stunden eine schwarze Oxydschicht von Fe3O4, welche sich ausgezeichnet poliren lassen soll. Am besten gelingt das Brüniren von Stahl, während sich auf Guſs- und Schmiedeisen das Oxyd leicht pulverförmig ansetzt und nur bei Verwendung von destillirtem Wasser festhaftende Schichten erhalten werden. In der Sitzung lagen nach der Lumiére électrique, 1886 Bd. 20 S. 230 eine Anzahl von Flintenläufen, Säbelscheiden u. dgl. aus, welche in der angegebenen Weise brünirt waren.

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