Titel: G. Bell's Graphophon.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 10 (S. 334–335)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is07_10

G. Bell's Graphophon.

Anfang dieses Jahres hat Prof. Graham Bell im englischen Patentamte eine Beschreibung eines sich an das Photophon (vgl. 1880 238 409. 1881 240 318. 241 313. 469. 1882 243 83) anschlieſsenden Apparates niedergelegt. Nach Engineering, 1886 Bd. 42 * S. 90 knüpft Bell an die tönenden Gasflammen an und bringt das Loch, woraus der wechselnde Luftstrom gegen die Flamme geblasen wird, in der Platte eines Magnettelephons an. Spricht dann Jemand gegen das als Geber benutzte Telephon, so gibt die Flamme die Rede wieder; dabei enthält der Luftbehälter hinter der Platte nur Luft unter schwachem Drucke, am besten 12mm Wasserhöhe. Gleiches erzielt man, wenn man ein leichtes Glas- oder Kohlen-Mundstück auf der Telephonplatte oder einem vor dem Telephonelektromagnete schwingenden federnden Anker befestigt; die Entfernung, auf welche man dabei die Töne hört, wechselt mit der Gröſse der Mündung. Der Luftstrom soll die Flamme unmittelbar unter dem Grunde der blauen Zone treffen.

Die Flamme läſst sich durch ein kleines Pergament-Trommelfell ersetzen, welches über das Ende einer durch ein biegsames Rohr mit Mundstück bis zum Ohre verlängerten Röhre gespannt ist; die Mündung des Strahles soll dabei aber 7mm messen und der Druck 1m,5 Wasser entsprechen.

Zur Aufzeichnung der Töne benutzt Bell, nicht gleich Edison's Phonograph eine mechanische Wirkung, sondern die Wirkung des Lichtes auf eine photographische Platte, welche zugleich gedreht und verschoben wird, so daſs der auf sie fallende Lichtstrahl auf ihr eine Spirale beschreibt. Bell ändert die Lichtstärke des Strahles im Einklänge mit den tönenden Schwingungen der |335| Stimme. Dazu läſst er in seinem Graphophon den durch eine Linse verdichteten Lichtstrahl durch eine Schicht einer Lösung von doppeltchromsaurem Kali hindurchgehen, bevor er in die photographische Kammer eintritt. Die Lösung führt eine Röhre aus einem Behälter zu; ein an der Röhre befestigtes feines Mündungstück aus Glas oder Kohle spritzt die Lösung gegen die Fläche einer fast lothrecht stehenden kleinen Glastafel, das Mundstück aber schwingt, da es in ein flaches hölzernes Schallbrett eingesetzt ist, unter der Wirkung der Stimme und ändert dabei regelmäſsig die Menge der ausgespritzten Flüssigkeit und die Dicke der Lösungsschicht auf der Glastafel.

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