Titel: L. Blum's Nachweis von Mangan neben Eisen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 12 (S. 335–336)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is07_12

L. Blum's Nachweis von Mangan neben Eisen.

L. Blum (Zeitschrift für analytische Chemie. 1886 S. 519) gründet sein Verfahren der Nachweisung von Mangan neben Eisen auf die Thatsache, daſs Ferrocyankalium in einer mit Weinsäure versetzten ammoniakalischen Lösung eines Eisenoxydsalzes keinen Niederschlag hervorbringt, während Mangan aus solcher Lösung als Manganferrocyanür gefällt wird. Der in sauren Eisenoxydlösungen durch Ferrocyankalium erzeugte blaue Niederschlag von Eisenferrocyanid wird beim Behandeln mit Alkalien unter Abscheidung von Eisenoxydhydrat zersetzt. Enthält die Lösung, in welcher die Zersetzung vor sich geht, ein weinsteinsaures Salz, dann wird das sich abscheidende Eisenoxydhydrat im Entstehen von diesem gelöst. Manganferrocyanür wird durch Ammoniak nicht zersetzt.

Die Trennung wird in der Weise ausgeführt, daſs man eine salzsaure Lösung, welche Eisenchlorid und Manganchlorür enthält, mit soviel Weinsäure versetzt, daſs auf Zusatz von Ammoniak bis zur stark alkalischen Reaction kein Niederschlag entsteht. Die klare ammoniakalische Lösung wird nun mit Ferrocyankalium versetzt, wodurch alles Mangan als Manganferrocyanür abgeschieden wird. Sind auſser Mangan noch Nickel, Kobalt oder Zink anwesend, so fallen diese Metalle ebenfalls als Ferrocyanverbindungen aus. Die Reaction ist sehr scharf auch da, wo es sich um Nachweis geringer Mengen Mangan neben viel Eisen handelt; sie war noch sehr schön wahrzunehmen in einer Lösung, welche im Cubikcentimeter 0g,00004 Mangan neben 0g,01 Eisenchlorid enthielt. Bei der Fällung trat eine schwache Trübung ein und erst nach einigem Stehen setzte sich der Niederschlag zu Boden. Sind nur so geringe Mengen Mangan vorhanden, dann ist der Niederschlag gewöhnlich etwas bläulich gefärbt.

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Blum ist es bis jetzt noch nicht gelungen, das Verfahren der Gewichtsanalyse dienstbar zu machen, da der Niederschlag von Manganferrocyanür beim Auswaschen stets theilweise mit durch das Filter geht.

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