Titel: Bestimmung des specifischen Gewichtes leicht löslicher Substanzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 6 (S. 382–383)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is08_06
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Bestimmung des specifischen Gewichtes leicht löslicher Substanzen.

L. Zehnder veröffentlicht in den Annalen der Physik und Chemie, 1886 Bd. 29 * S. 249 ff. eine neue Methode zur Bestimmung specifischer Gewichte leicht löslicher Körper, mit welcher er bessere Werthe zu erhalten glaubt als mit dem gegenwärtig meist üblichen Kopp'schen Verfahren. Das Prinzip ist in seiner einfachsten Form folgendes: „Man füllt ein Pyknometer mit dem gewogenen Körper gut aus, verschlieſst dasselbe und öffnet es in umgekehrter Stellung unter Wasser (oder einer anderen den Körper lösenden Flüssigkeit). Der Körper wird herausfallen und es wird sein Volumen durch Wasser ersetzt werden. Schlieſst man nun das Pyknometer wieder und wiegt dasselbe, so gibt das eingedrungene Wasser unmittelbar den Körperinhalt an; Körpergewicht dividirt durch dieses Wassergewicht ist nun gleich dem gesuchten specifischen Gewichte. Wenn das Eintauchen und Herausnehmen nicht genau bei derselben Temperatur stattfand, so sind Temperaturcorrectionen für die im Pyknometer enthaltene Luft auszuführen.“ Die für genaue Messungen nothwendigen Berichtigungen, sowie die zu beobachtenden Vorsichtsmaſsregeln sind ausführlich besprochen und auch Versuche zum Belege beigefügt.

Bei theueren Stoffen dürften Bedenken entstehen, diese Methode anzuwenden, weil trotz der in der erwähnten Quelle für diesen Fall vorgesehenen Maſsnahmen stets eine wenn auch geringe Menge Substanz verloren gehen kann. Würde man dagegen (nach denselben Prinzipien) ein cylindrisches Pyknometer durch ein Sieb in zwei Theile theilen, in den unteren Theil eine gewogene Menge eines Lösungsmittels gieſsen, auf das Sieb den gewogenen Körper legen, das Pyknometer schlieſsen, umdrehen, so daſs der Körper in der eingeschlossenen Flüssigkeit sich löst, dann das Pyknometer in der Weise um ein Weniges öffnen, daſs bis zur völligen Druckausgleichung Lösung aus- oder weiteres Lösungsmittel eintreten könnte, würde man endlich das wieder geschlossene und herausgenommene Pyknometer wiegen, so könnte man nach Bestimmung des specifischen Gewichtes der so erhaltenen Lösung das Volumen des betreffenden Körpers ebenfalls berechnen. Auf diese Weise müſste sich auch der geringste Substanzverlust vermeiden lassen.

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