Titel: Ueber elektrische Erdströme.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 6 (S. 430)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is09_06

Ueber elektrische Erdströme.

J. J. Landerer macht in den Comptes rendus, 1886 Bd. 103 S. 489 Mittheilungen über Erdströme, welche er in einem Telegraphendrahte beobachtete, während er gleichzeitig die Schwankungen des elektrischen Potentials in der Umgebung des Telegraphendrahtes mit einem Elektrometer messend verfolgte. Trotz starker Potentialdifferenzen in der umgebenden Luft, beim Vorbeiziehen oder Entstehen und Verschwinden von Wolken, konnte Verfasser keine regelmäſsigen Schwankungen der Erdströme nachweisen und, da auch das Telephon keine fühlbaren Wirkungen erkennen lieſs, glaubte Landerer schlieſsen zu dürfen, daſs die oft sehr beträchtlichen Erdströme sich nicht von inducirten Strömen herleiten lassen, die im Inneren des Erdbodens unter dem Einflüsse eines darüber befindlichen Inductors entstehen. Ueberdies kann sich Verfasser nicht vorstellen, wie ein immerwährender inducirender Strom von so auſserordentlicher Wirkungsfähigkeit in den höchsten Schichten der Atmosphäre kreisen sollte. Der starke Erdstrom, welcher nach seiner Meinung auf unserem ganzen Weltkörper die Magnetnadel beherrscht, ist demzufolge kein Inductionsstrom, sondern er entsteht, der von Landerer früher aus einander gesetzten Theorie gemäſs, aus den Unterschieden der negativen elektrischen Potentiale, wie solche durch die Winde erzeugt werden.

Sehr lehrreich wäre es, an verschiedenen Orten in je zwei senkrechten Richtungen die Erdströme zu beobachten, daraus die Gröſse und Richtung des jeweiligen resultirenden Erdstromes zu berechnen und an Hand von gröſserem Beobachtungsmaterial zu untersuchen, ob wirklich Erdströme in der Aequatorialrichtung in so bedeutendem Grade vorherrschen und Beständigkeit zeigen, daſs daraus der Erdmagnetismus, seine Stärke und Richtung, sowie seine regelmäſsigen Schwankungen erklärt werden könnten.

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