Titel: Einfluſs eines Zuckerzusatzes auf die Festigkeit von Cement.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 8 (S. 431)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is09_08

Einfluſs eines Zuckerzusatzes auf die Festigkeit von Cement.

In Glaser's Annalen, 1886 Bd. 19 S. 187 ist eine Mittheilung von Th. Hankey wiedergegeben, wonach ein Gemenge von Zucker und Kalk beim Vermischen mit Wasser einen stark bindenden Cementmörtel von bedeutender Festigkeit liefern soll. Wenn man gleiche Theile fein gepulverten gewöhnlichen Kalkes und braunen Zuckers mit Wasser mischt, so erhält man einen guten Mörtel zur Verbindung von Steinen und selbst von Glas. Hierbei muſs sorgfältig auf gehörige Mischung geachtet werden, da sonst verbleibende Kalktheilchen treiben. Versuche sollen ergeben haben, daſs die Festigkeit dieses Mörtels dem Portlandcement gleich kommt und daſs man Cement durch geringe Zusätze von Zucker verbessern kann.

Nach Angabe von R. Cornish ist es in Indien seit langen Zeiten gebräuchlich, dem Kalkmörtel ungereinigten Zucker zuzusetzen. Im letzten Theile des vergangenen Jahrhunderts wurde eine Befestigungsmauer für die neue Ansiedlung in Madras erbaut, welche bis zum J. 1859 stand und deren Abbruch sich als auſserordentlich schwierig erwies, weil es fast unmöglich war, den Mörtel von den Steinen zu lösen. Später wurden die Vorschriften für die Erbauung der Mauer ermittelt und es fand sich darin die Anordnung, daſs der Mörtel aus Muschelkalk und Sand einen bestimmten Zusatz von ungereinigtem Zuckersaft erhalten hatte. Auch wird berichtet, daſs die berühmten polirten Chunam-Mauern in Madras aus einem Cemente mit Zuckerzusatz hergestellt sind. Ein anderer Schriftsteller erwähnt den Gebrauch von Goor, einer Art Rohzucker, als Zusatz zum Mörtel in Indien und gibt an, daſs Mauerwerk, welches mit derartigem Mörtel hergestellt ist, fast nur durch Sprengen zerstört werden kann.

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