Titel: Bestimmung des Kohlenstoffgehaltes der organischen Substanz im Wasser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 11 (S. 431–432)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is09_11
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Bestimmung des Kohlenstoffgehaltes der organischen Substanz im Wasser.

A. Herzfeld (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1886 S. 2618) hat gefunden, daſs die von Degener bezieh. Maercker (Zeitschrift des Vereins für Rübenzuckerindustrie, 1882 S. 62 und Beilage zum Augustheft 1884) angegebene Methode zur Bestimmung des Kohlenstoffgehaltes der organischen Substanz im Wasser dann zu hohe Werthe liefert, wenn das Wasser Chlorverbindungen enthält, insofern das Gemisch von Schwefelsäure und Kaliumchromat aus den Chlormetallen das Chlor frei macht, welches dann mit der Kohlensäure entweicht und im Kaliapparate absorbirt und mit gewogen wird. Auch bei Anwendung von Chromsäure allein konnte Herzfeld beobachten, daſs wenigstens ein Theil des Chlores frei gemacht wird. Es ist einleuchtend, daſs bei Wässern, welche viel Chlorverbindungen enthalten, wie z.B. die Abwässer vom Knochenkohlenhause der Rohzuckerfabriken, die nach den erwähnten Verfahren enthaltenen Versuchszahlen vollständig werthlos sein können. Man beugt diesem Uebelstande nun dadurch vor, daſs man in das zum Trocknen der Kohlensäure dienende, vor dem Kaliapparate angeordnete Chlorcalciumrohr eine Schicht gepulvertes Antimon in der Art einfügt, daſs das Metall nach beiden Seiten hin durch Chlorcalciumschichten geschützt ist. Auf diese Weise wird mit ausgetriebenes Chlor vom Antimon zurückgehalten und gleichzeitig verhindert, daſs gebildetes Antimontrichlorid aus der Luft Wasser anziehen und Salzsäure abgeben kann. Diese Verbesserung erfüllt ihren Zweck vollkommen, wenn nicht zu rasch gearbeitet wird und stets genügend frisches Antimon vorhanden ist. Es empfiehlt sich, das Metall zuerst anzuätzen und dann zu trocknen.

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