Titel: Darstellung von Kalium-Magnesiumcarbonat.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 12 (S. 432)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is09_12

Darstellung von Kalium-Magnesiumcarbonat.

G. Borsche und F. Brünjes in Leopoldshall-Staſsfurt (D. R. P. Kl. 75 Nr. 37060 vom 5. Juli 1885) empfehlen eine neue Methode zur Darstellung von kohlensaurem Kali aus Chlorkalium oder schwefelsaurem Kali. In die Lösung irgend eines Magnesiumsalzes oder auch in Wasser vertheilte Magnesia, kohlensaurer Magnesia oder deren Hydrate wird Ammoniak und Kohlensäure oder kohlensaures Ammoniak eingeleitet, worauf sich nach einiger Zeit sämmtliche Magnesia in Form eines Magnesium-Ammoniumdoppelsalzes (MgCO3, NH4HCO3 + 4aq) ausscheidet. Dieses Doppelsalz wird mit etwas mehr als der äquivalenten Menge Chlorkalium oder schwefelsaures Kali und mit soviel Wasser versetzt, um diese Salze in Lösung zu bringen. Zur Beschleunigung der Umsetzung kann in die Mischung auch noch Kohlensäure und Ammoniak oder kohlensaures Ammoniak eingeleitet werden. Es findet dann Ausscheidung von triklinen Krystallen eines Doppelsalzes von Magnesium-Kaliumcarbonat von folgender Zusammensetzung statt: 2MgCO3 + KHCO3 + 8aq, während Salmiak oder schwefelsaures Ammoniak mit dem etwa vorhandenen überschüssigen Kalisalze in der Mutterlauge sich befindet. Das Kalium-Magnesiumdoppelsalz, welches in der Salzlösung aus der es abgeschieden wurde, sehr schwer löslich ist, wird von derselben getrennt und durch Digeriren mit einer beliebigen, aber nicht zu kleinen Menge kalten oder warmen Wassers in der Weise zerlegt, daſs kohlensaures Kali in Lösung geht, während kohlensaure Magnesia zurückbleibt, die man wieder in den Prozeſs einführt. Statt des Ammonium-Magnesiumcarbonates kann auch das Doppelsalz Ammonium-Zinkcarbonat zur Umwandlung von Chlorkalium oder schwefelsaurem Kali benutzt werden.

Die beiden besprochenen Umwandlungsweisen kann man dadurch vereinigen, daſs man z.B. in eine Lösung von Carnallit oder in eine Lösung von Kalium-Magnesiumsulfat u. dgl. zuerst kohlensaures Ammoniak und Kohlensäure einleitet, nach einiger Zeit Chlorkalium hinzufügt und wiederum Kohlensäure zuführt. Man erhält dann ebenfalls Krystalle des triklinischen Systemes, welche aus Kalium-Magnesiumcarbonat bestehen.

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