Titel: A. Nodon's Hygrometer mit Schreibwerk.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 8 (S. 485)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is10_08

A. Nodon's Hygrometer mit Schreibwerk.

Nach den Comptes rendus, 1886 Bd. 102 S. 1371 beruht dieses Hygrometer auf einem ähnlichen Prinzip wie das Breguet'sche Metallthermometer, nämlich auf der Einwirkung der Feuchtigkeit auf zwei mit einander verbundene Stoffe von verschiedener hygroskopischer Beschaffenheit. Der wesentliche Bestandtheil des Instrumentes ist ein in Schraubenform gewundener Papierstreifen, dessen äuſsere Seite mit Gelatine überzogen ist, die man vorher durch einen Zusatz von Salicylsäure unveränderlich gemacht hat. Bei zunehmender Feuchtigkeit ziehen sich wegen der überwiegend hygroskopischen Natur der Gelatine die Windungen zusammen, bei abnehmender dehnen sie sich aus. Solche paarweise mit einander verbundenen gelatinirten Streifen bewegen einen über zwei Röllchen laufenden Faden, woran eine Feder befestigt ist, welche, zwischen zwei Führungen laufend, auf einem eingetheilten Papierbogen mit Tinte einen Strich zieht. Da sich das Papier mit einer Geschwindigkeit von 2cm in der Stunde senkrecht zur Richtung der Feder fortbewegt, so erhält man als Ergebniſs beider Bewegungen eine Curve, welche den hygrometrischen Zustand der Luft zeichnerisch darstellt. Die Gangdauer des Triebwerkes ist auf 10 Tage berechnet.

Die Gradtheilung geschieht nach einem Condensationshygrometer, indem man beide Instrumente in einen und denselben geschlossenen Raum bringt, dessen Feuchtigkeitsgehalt man mittels fortgesetzter Verdünnung von Schwefelsäure zunehmen läſst. Ein unterhalb des geschlossenen Raumes angeordnetes, mäſsig erwärmtes Sandbad gestattet überdies eine Aenderung der Temperatur. Trägt man die Grade des Condensationshygrometers als Abscissen und die entsprechenden Grade des schreibenden Hygrometers als Ordinaten auf, so stellt sich die Resultirende als eine gerade Linie dar, welche für die verschiedenen zwischen 10° und 35° liegenden Temperaturen unveränderlich ist.

Aus zahlreichen Beobachtungen haben sich folgende Sätze ergeben: 1) Die Winkel, um welche die gelatinirten Streifen sich drehen, sind den hygrometrischen Zuständen der umgebenden Luft proportional. 2) Die Temperatur hat innerhalb 10° und 35° auf die Anzeigen des Hygrometers keinen Einfluſs. 3) Der Apparat arbeitet unveränderlich gleichmäſsig. 4) Das Hygrometer setzt sich binnen 1 Minute mit dem umgebenden Mittel ins hygrometrische Gleichgewicht. 5) Durch Vermehrung der schraubenförmigen Streifen läſst sich die Empfindlichkeit des Instrumentes beliebig erhöhen.

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