Titel: Vorschriften zur Erzeugung heller und dunkler Holzbeizen; von H. Krätzer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 13 (S. 488)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is10_13

Vorschriften zur Erzeugung heller und dunkler Holzbeizen; von H. Krätzer.

Helle Nußbaumbeize: 100g übermangansaures Kali löst man in 3k destillirtem Wasser und überstreicht mit der violetten Lösung das zu beizende Holz 2mal. Nach 5 bis 10 Minuten dauernder Einwirkung wird das Holz abgewaschen, getrocknet, geölt und dann polirt. Wegen der leichten Veränderlichkeit der Permanganatlösung empfiehlt es sich, dieselbe für jede Beizung frisch herzustellen. (Vgl. 1874 214 426. 1875 217 336.)

Helle Mahagonibeize: 25g fein zerschnittene Alkannawurzel, 50g pulverisirte Aloë und 50g pulverisirtes Drachenblut werden in einer Flasche mit 650g 90 bis 95° Spiritus übergossen, die Flasche verschlossen, unter öfterem Umschütteln 4 Tage an einem mäſsig warmen Orte stehen gelassen und dann abfiltrirt. Um mit dieser Flüssigkeit Mahagoniholz hell zu beizen, wird das Holz zuerst mit Salpetersäure vorgebeizt, dann getrocknet, mit der erhaltenen Lösung einmal bestrichen, getrocknet, geölt und polirt.

Dunkle Palisanderbeize: 100g übermangansaures Kali werden in 3k destillirtem Wasser aufgelöst und mit dieser Lösung das Holz zweimal überstrichen. Nach 5 Minuten Einwirkung wird mit Wasser abgewaschen und nun die dunklen Adern mittels essigsaurer Eisenbeize (14° B.) erzeugt; schlieſslich wird wie gewöhnlich getrocknet, geölt und polirt. Diese Beize eignet sich auch als dunkle Nußbaumbeize.

Graue Holzbeize: 1 Th. Höllenstein löst man in 45 Th. destillirtem Wasser und trägt die Lösung 2 mal auf das zu beizende Holz auf; dann überstreicht man mit Salzsäure und schlieſslich mit Ammoniakflüssigkeit (Salmiakgeist). Das so gebeizte Holz muſs nunmehr an einem dunklen Orte getrocknet, dann geölt und polirt werden. Obwohl diese Beize im Vergleiche zu den anderen hier angeführten Beizen etwas höher im Preise steht, so ist dieselbe wegen ihrer guten Wirkung auf Tannen-, Buchen- und Pappelholz doch sehr zu empfehlen.

Schwarzbeize für Holz: In 2l,4 Wasser kocht man 280g Blauholz, filtrirt und setzt dem Filtrate 40g Kupfervitriol hinzu. Nachdem sich letzterer aufgelöst hat, läſst man die Flüssigkeit sich absetzen und gieſst die klare heiſs gehaltene Lösung ab. In diese Lösung bringt man das zu beizende Holz und läſst es 24 Stunden liegen; hiernach wird dasselbe 20 bis 24 Stunden der Einwirkung der Luft ausgesetzt und schlieſslich in ein anderes heiſses Bad von salpetersaurem Eisenoxyd (4° B.) gebracht. Sollte nach dieser Behandlung das Schwarz noch nicht genügend schön ausgefallen sein, so bringt man das Holz abermals 5 bis 6 Stunden in das Blauholzbad. (Vgl. 1871 202 95. 1875 215 94.)

Die angegebenen Vorschriften sind nach dem Gewerbeblatt aus Württemberg, 1886 S. 355 in einer gröſseren Tischlerei Leipzigs mit gutem Erfolge verwendet worden. (Vgl. auch 1883 249 143. 1885 257 257.)

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