Titel: Messungen an elektrischen Maschinen, Bogenlampen und Glühlampen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 8 (S. 546–549)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is11_09

Messungen an elektrischen Maschinen, Bogenlampen und Glühlampen.

Dem amtlichen Berichte des Sonderausschusses des Franklin Institute of the State of Pennsylvania for the Promotion of the Mechanic Arts über die sehr zahlreichen und unparteiischen Versuche, welche im Anschlüsse an die Ausstellung in Philadelphia 1884 angestellt worden, sind die nachfolgenden Mittheilungen entnommen.

Die Dauerversuche mit Glühlampen fanden in den Brush-Räumen der Ausstellung statt. Die Lampen waren in dem Mittelzimmer, dessen Thür jeden Tag nach Beendigung der Versuche versiegelt wurde; Wärter schliefen in den anstoſsenden Zimmern. Alle halbe Stunden wurden, abgesehen von den eigentlichen Versuchen, die Lampen durch ein Glasfenster in der Thür beobachtet, um die Lebensdauer der Lampen genau zu kennen. Die 71 Lampen selbst waren in einem Kreise von 5m Durchmesser in Kästen von 120mm Weite aufgehängt,

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I) Dynamomaschinen

Volt

Am-
père

Ge-
wicht
Gesammte Nutzleistung Wirthschaftliche Nutzleistung
Belastung Belastung
voll ¾ ½ ¼ voll ¾ ½ ¼
Edison Nr. 4 125 80 667k 94,45 93,26 89,65 83,89 88,40 87,40 83,65 76,42
„ „ 5† 125 100 1222 96,01 89,19
„ „ 10 125 200 2136 94,68 92,44 90,55 83,32 89,61 88,23 86,12 77,53
„ „ 20† 125 400 3779 96,65†† 95,46 92,77 88,80 91,96†† 91,19 88,93 83,76
Weston 6 M 120 80 907 94,67 96,53 94,84 89,33 87,66 90,10 89,23 82,87
„ 7 M 160 125 1497 96,56 96,38 94,84 90,08 89,37 90,49 89,57 84,37
„ 6 W. I 130 100 953 96,20 94,06 92,89 91,64 90,85 89,22 87,32 84,07

† Isolirung versagte. †† Unsicher.



II) Bogenlampen
Strom-
stärke
Span-
nung

Lichtstärke Kerzen
Kerzen für die
elektrische
Pferdestärke


Bemerkungen
Amp. Volt Wage-
recht
Höchstwerth
bei 45°
Wage-
recht
Höchst-
werth
Arago 15,41 39,87 273 645 bei 60° 332 783 15 Lampen.
Ball 6,60 48,83 233 520 bei 30° 539 1204 17 Lampen.
Brush (1200) 6,62 52,50 180 613 366 1316 1 Lampe und Widerst., sehr beständig.
Brush (2000) 10,32 56,73 389 1373 496 1750 1 Lampe und Widerst.
Diehl 17,67 31,84 323 887 bei 60° 428 1176 4 Lampen.
Richter 20,19 30,00 313 960 bei 30° 386 1183 6 Lampen, sehr unbeständig.
Van de Poele (20 Lampen Dynamo) 16,91 37,88 451 1377 525 1694 1 Lampe und Widerst., muſste oft regulirt werden.
Van de Poele (60 Lampen Dynamo) 13,31 45,77 333 1162 408 1423 1 Lampe und Widerst, sehr unbeständig.
Western Electric Company 17,89 25,74 263 355 bei 30° 426 575

III) Glühlampen
Spannung Stromstärke Energie Watt für die
sphär. Kerze
Sphär.
Intensität
Normal-
beobachtung
Reductions-
factor
Widerstand
kalt, Ohm
Volt Ampère Watt
Edison 97,9 0,709 59,41 4,46 15,49 16,53 0,94 248
Stanley 96,4 0,551 53,11 3,92 13,56 16,27 0,83 349
Stanley 43,98 1,053 46,32 3,45 13,42 16,7 0,80 81
Woodhouse-Rawson 55,48 1,026 56,92 3,56 15,99 14,7 1,09 115
White 49,99 1,017 50,53 4,03 12,44 14,85 0,84 92
Weston 111,4 0,530 59,04 3,63 16,27 19,75 0,82 407
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mit Zwischenwänden von Zink und nach unten und innen sich öffnenden Thüren. Vorhänge, auſserdem die geschwärzte Zimmerwand, verhüteten Lichtverluste; durch Löcher wurde möglichst für Luftzug gesorgt. Die Temperatur des Zimmers war gewöhnlich 3° höher als die des Gebäudes, die der Kästen noch 16 bis 18° höher; die höchste Zimmertemperatur war 33,5°.

Nachdem während des Vormittags das Potentialgalvanometer kalibrirt war und die Lampenpotentiale mittels eines veränderlichen Neusilberdraht-Widerstandes ausgeglichen waren, wurde die Lampe in den Galvanometerkreis eingefügt und wurden während dieser Periode 10 Photometerbeobachtungen angestellt; auf ein gegebenes Signal ging man dann zur nächsten Lampe über. Wiederholt konnten hierbei die Beobachtungen nicht werden, falls die Berechnungen später Unregelmäſsigkeiten zeigen sollten; auffällige Abweichungen ergaben z.B. die Beobachtungen vom 26., 27., 28. April und 28. Mai, an welchen Tagen in Toronto in Canada und Los Angeles in California magnetische Stürme beobachtet wurden. Die Verdunkelung der Lampen wurde durch Versuche durch Vergleichung mit 6 Lampen festgestellt; der Kohlenbügel von Nr. 6 dieser Prüfungslampen war durch zu starken Strom zerstört.

Die höchste Brennzeit der Lampen betrug 1065 Stunden; dann wurden die Versuche abgebrochen.

Edison-Lampen: Von 20 überlebten 19, d.h. brannten 1065 Stunden; eine erlag nach 295 Stunden. Die Verdunkelung war im Durchschnitt 2½, in fünf Fällen 3; die Lichtstärke sank langsam von 20 Kerzen auf 12 (nach 1000 Stunden), endlich bis 9,5; leider sind sämmtliche Beobachtungen vom letzten Tage (25. Mai) als unzuverlässig markirt. Der Widerstand der Lampen, kalt, wuchs um 15 bis 20 Ohm, z.B. von 244 bis 264. Eine Abweichung im Potential von 1 Volt würde einen Unterschied von 1 Kerze hervorgebracht haben. Die Lampen zeigten sich sehr gleichmäſsig.

Stanley-Thompson: Von 10 Stück 96-Volt-Lampen überlebte eine; die anderen hielten 200, 500, 800 u.s.w. Stunden und zeigten schon sehr früh eine Verdunkelung Nr. 2 bis 3½. Von den 12 Stück 44-Volt-Lampen überlebte eine, eine wurde aus Versehen zerbrochen (der einzige Unfall dieser Art); die Verdunkelung war in vier Fällen 4½. Diese Versuche mit den 44-Volt-Lampen sind nicht als normal zu betrachten, da die Lampen zu je zwei hinter einander geschaltet waren, so daſs man das Potential nicht gehörig reguliren konnte. Der Widerstand der einen überlebenden 96-Volt-Lampe stieg von 339 auf 389 kalt. Auf 1 Volt Unterschied wurde 1½ Kerzenunterschied gerechnet, wie auch bei Woodhouse-Rawson.

Woodhouse-Rawson: Auch diese waren theilweise zu je zwei hinter einander geschaltet und es wurden daher Versuche mit einer zweiten Anzahl gemacht. Von den 11 Lampen ersterer Sorte überlebte keine; nur eine hielt 716 Stunden aus, 2 dauerten noch nicht 100. Von den 9 der zweiten Sorte (sogen. 50-Volt-Lampen, aber auf 55 Volt gebracht) hielten 3 die 332 Stunden dieser später begonnenen Versuche aus, alle waren stark verfärbt, meist über 4. Die Vermehrung des Widerstandes während dieser 332 Stunden betrug nur 1 bis 3 Ohm und zwar fiel der Widerstand während der ersten 3 Tage, wobei die Lichtstärke von 18,5 bis 26 Kerzen stieg; dann wuchs der Widerstand, während die Kerzenstärke auf 11 herabging.

White: Von 10 Lampen überlebten 7 die möglichen 312 Stunden; sie waren sehr unbeständig. Während der ersten 100 Stunden sank der Widerstand um 2½ Ohm (normal gegen 100 Ohm), während die Lichtstärke von 16 auf 20 Kerzen wuchs; dann wuchs der Widerstand und die Lichtstärke fiel, blieb aber nach 250 Stunden noch höher als bei den Vorprüfungen.

Weston: Von 20 Stück 110½-Volt-Lampen hielten 7 die vollen 1065 Stunden aus, Verfärbung nur 1 bis 2. Wie Weston vorhergesagt, wuchs der Widerstand sehr rasch, z.B. von 221 auf 250 heiſs, während die Lichtstärke schon nach 30 Stunden auf 6 sank und von da zwischen 6 und 8 schwankte. Von den später zugefügten 10 Stück 70-Volt-Lampen hielten 7 die möglichen 524 Stunden aus, Verfärbung 2. Eine Berichtigung von 1,3 Volt für die Kerze wurde angebracht. Widerstandsproben kalt am Ende der Versuche zeigten eine beträchtliche Vermehrung des Widerstandes, von 402 auf 424, sogar 414 auf 544 (entsprechend |549| heiſs, 205 auf 290) für die 110½-Volt-Lampen, Die 70-Volt-Lampen änderten ihren Widerstand, heiſs und kalt, kaum; die Höchststeigerung war von 148 kalt auf 152, der gröſste Verlust von 147 auf 145; die Lichtstärke sank, meist allmählich, von 19 auf 13.

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