Titel: Zusammensetzung von weiſsem Licht aus den Spectralfarben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 9 (S. 549)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is11_10

Zusammensetzung von weiſsem Licht aus den Spectralfarben.

Die Erzeugung einer annähernd weiſsen (vielmehr grauen) Farbe durch rasche Drehung einer Newton'schen Scheibe mit entsprechend gewählten farbigen Streifen ist bekannt. Stroumbo (Comptes rendus, 1886 Bd. 103 S. 737) setzt die Spectralfarben selbst zusammen, um ein ganz reines Weiſs zu erhalten, indem er das Prisma, welches ein Spectrum auf einen weiſsen Schirm wirft, um eine seinen Kanten parallele Achse sich drehen läſst. Bei einer gewissen Drehungsgeschwindigkeit flieſsen die Farben des Spectrums für unser Auge völlig in einander und machen uns den Eindruck eines reinen weiſsen Bandes, mit einem rothen Rande an der Stelle der kleinsten Ablenkung, weil nämlich dort jedesmal nur die am wenigsten gebrochenen rothen Strahlen hingelangen können, was sich leicht zeigen läſst bei langsamer Drehung, bei welcher das ganze Spectrum sich zwischen der kleinsten und gröſsten Ablenkungsrichtung hin- und herschiebt.

Eine mit derjenigen von Stroumbo fast übereinstimmende Anordnung ist schon von Münchow angegeben worden (vgl. Wüllner: Experimentalphysik, 4. Auflage, 1883 Bd. 2 S. 104); derselbe läſst das Prisma nicht Drehungen, sondern Schwingungen um eine den Kanten parallele Achse ausführen und erhält demnach an beiden Enden des weiſsen Bandes farbige Ränder. Das Prinzip ist vollständig dasselbe.

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