Titel: Verfahren und Apparat zur unmittelbaren Trisaccharat-Zersetzung in den Filterpressen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 12 (S. 550–551)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is11_13

Verfahren und Apparat zur unmittelbaren Trisaccharat-Zersetzung in den Filterpressen.

Das beim Ausscheidungsverfahren gebildete Trisaccharat wird bisher in Filterpressen von der Lauge getrennt, mit kaltem Wasser gewaschen und aus der Filterpresse herausgenommen, fein zerrieben, mit Wasser verdünnt und in besonderen Pfannen durch eine Zuckerlösung oder Saft in Monosaccharat und Kalkhydrat zerlegt; beide werden durch besondere Filterpressen getrennt, in welchen das letztere zurückbleibt.

Statt dieses für die verschiedenen Arbeiten besondere Gefäſse verlangenden Verfahrens, vereinfacht Fr. Weyr in Meziritz nach dem Organ der ö.-u. Zuckerfabrikanten, 1886 S. 810 die Zerlegung dadurch, daſs das in den Trisaccharatpressen gewaschene Trisaccharat in den Pressen selbst mit einer heiſsen Zuckerlösung in lösliches Monosaccharat und unlösliches Kalkhydrat zersetzt wird, wobei das Monosaccharat durchflieſst, während Kalkhydrat in den Pressen zurückbleibt. Es spielt also die Presse eine doppelte Rolle und zwar arbeitet dieselbe zuerst als Trisaccharatpresse und hierauf als Kalkhydratpresse. Die hierzu dienende Filterpresse ist im Wesentlichen eine Rahmen-Filterpresse mit 4 Ventilen an der feststehenden Kopfplatte, je zwei oben bezieh. unten. Die beiden unteren Ventile dienen zur Einführung von Trisaccharat und der dasselbe zerlegenden Zuckerlösung (Rübensaft nach der ersten Saturation oder eine durch Einwurf von Zucker erhaltene Lösung); durch die oberen zwei Ventile wird Dampf und Wasser oder Zuckerlösung und Wasser der Presse zugeführt.

Das Verfahren der Trisaccharatzersetzung mit Hilfe dieser Presse ist folgendes: Zuerst wird die Presse durch eines der unteren Ventile mit Trisaccharat gefüllt und letzteres hierauf mit kaltem Wasser gewaschen. Dann wird durch das zweite untere Ventil eine heiſse Zuckerlösung in die Presse |551| eingepumpt, welche das Trisaccharat in den Filterrahmen zersetzt. Die Menge der nöthigen Zuckerlösung richtet sich nach der Menge des in der Presse vorhandenen Trisaccharates; es kommen auf etwa 100k des festen Trisaccharates ungefähr 1200 bis 1600k einer Zuckerlösung von 7 bis 9° Brix bei einer Temperatur von höchstens 81°. Uebrigens kann die Menge der erforderlichen Zuckerlösung auf chemischem Wege ermittelt werden, wie dies bei der jetzt üblichen Arbeit mit den Zerlegepfannen geschieht.

Das in den Pressen zurückbleibende Kalkhydrat bildet nach dem Aussüſsen einen ziemlich festen Kuchen, welcher den Rahmen zu etwa ⅓ füllt. Auch ist die zum Aussüſsen des Kalkhydrates nöthige Wassermenge eine geringe und zugleich wird die durch das Einpumpen der heiſsen Zuckerlösung behufs Zerlegung des Trisaccharates warm gewordene Presse durch das kalte Aussüſswasser so weit abgekühlt, daſs man nach dem Entleeren wiederum von Neuem Trisaccharat einpumpen kann.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: