Titel: Unterscheidung der Pyridin- und Chinolinbasen von ihren Hexahydrüren und den Homologen des Anilins.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 262/Miszelle 15 (S. 552)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj262/mi262is11_16

Unterscheidung der Pyridin- und Chinolinbasen von ihren Hexahydrüren und den Homologen des Anilins.

Hoogewerf und van Dorp haben bei Gelegenheit ihrer Untersuchungen über das Cyanin (vgl. 1863 168 135. 1866 179 164) die Farbstoffbildung, welche bei der Einwirkung von Kalihydrat auf die alkoholische Lösung von Chinolinjodalkylaten stattfindet, einem eingehenderen Studium unterworfen und sind dabei zu der Ansicht gekommen, daſs die Reaction unter Austritt von Wasserstoff und Jodwasserstoff vor sich geht. Oechsner de Coninck hat nun nach den Comptes rendus, 1886 Bd. 102 S. 1479 und Bd. 103 S. 62 andere ähnliche Basen in gleicher Richtung untersucht und dabei gefunden, daſs auch die Pyridinbasen, ferner Gemenge von Pyridin- und Chinolinbasen, sowie die Dipyridine ähnliche Farbenreactionen geben. Angewendet wurden bei diesen Versuchen unter anderen das Jodmethylat und Jodäthylat des Pyridins, die Jodmethylate des Dipyridins, des α-Dipicolins, des β- und γ-Dilutidins.

Dagegen wies der Verfasser (a. a. O. 1886 Bd. 103 S. 640) nach, daſs diese Reaction nicht stattfindet bei Anwendung von Hexahydroverbindungen des Pyridins sowie bei den Homologen des Anilins. Diese Farbstoffbildung gibt daher ein Mittel an die Hand, die Pyridin- und Chinolinbasen von ihren Hexahydrüren und von den Homologen des Anilins zu unterscheiden. Es wird daher empfohlen, die Prüfung in der Weise anzustellen, daſs man zu der heiſsen alkoholischen Lösung der Jodalkylverbindung der Base Kalilauge von 45° B. setzt. Es tritt sofort je nach der Natur der Base eine kräftige rothe bis blaue Färbung ein und bei längerem Erhitzen scheidet sich der Farbstoff als harzige Masse aus.

Als eine weitere Reaction auf Pyridinbasen benutzt Oechsner de Coninck die Bildung der durch ihren charakteristischen Geruch ausgezeichneten Dihydropyridine, welche, wie A. W. Hofmann gezeigt hat, entstehen, wenn man zu den Jodmethylaten der Pyridine einige Stückchen festes Kalihydrat und soviel Wasser gibt, daſs ein Brei entsteht, und dann erwärmt. Der Verfasser behandelte auf gleiche Weise die Jodmethylate des Piperidins, des Anilins, Orthotoluidins und Metaxylidins, beobachtete aber hierbei nur den Geruch der ursprünglichen unveränderten Basen.

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