Titel: J. McMillan's Bohr- und Drehbank mit Schraubstock.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 263 (S. 18–20)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj263/ar263011

J. McMillan's Bohr- und Drehbank mit Schraubstock.

Mit Abbildungen auf Tafel 2.

Für kleinere Werkstätten, bei Aufstellungs- und Instandhaltungsarbeiten u. dgl. erscheint ein von J. R. McMillan in Philadelphia (Nordamerikanisches Patent Nr. 350760) ausgeführter Apparat beachtenswerth; derselbe läſst sich als Parallelschraubstock, als Bohrapparat und als Drehbank – mit oder ohne selbstthätige Schaltung – benutzen, kostet bloſs etwa 64 M. und ist für die verschiedenen Verwendungszwecke leicht und schnell einzurichten. Fig. 17 bis 19 Taf. 2 veranschaulichen die ganz geschickte Zusammensetzung des Apparates, dessen Beschreibung gleich unter Bezugnahme auf die verschiedenen Anwendungen gegeben werden soll.

Wird der Apparat als Schraubstock benutzt, so wird zunächst die Hauptschraube S in dem feststehenden Backen A drehbar, jedoch unverschiebbar gesichert, indem der Stift a (Fig. 17) in eine Ausdrehung des Bundes b tritt. In dem beweglichen Backen B liegt lose die Mutter M für die Schraube S, welche durch die Klemmschraube k gegen Drehung verhindert wird. Bei Bewegung der Schraube S mittels eines Handschlüssels verschiebt sich also auf einer Führung am festen Backen A der Backen B und das einzuspannende Werkstück wird festgeklemmt.

Bei Verwendung als Bohrapparat mit selbstthätiger Schallung wird zunächst der Stift a herausgezogen, so daſs sich die Schraube S in dem festen Backen A verschieben kann; dann wird der lose Backen B mittels der Schraube i (Fig. 19) auf dem Ansätze A1 des Backens A festgeklemmt und die Mutter M durch Zurückdrehen der Schraube k gelöst. Auf die Schraube S wird ein Rad R aufgeschoben, welches bei der Verschiebung mit einem Keile in einer Nuth von S gleitet, also bei der Drehung der Schraube S von dieser mitgenommen wird. Das Rad H wird in einer Höhlung des Backens B durch einen Stift w gegen Verschiebung bei |19| freier Drehung festgehalten und das Gleiche erfolgt durch den Stift x mit der Mutter M, welche einen mit dem Rade R gleich groſsen Zahnkranz K, jedoch mit einem Zahne mehr oder weniger wie R, besitzt. Ein mit seinem Achsbolzen in dem Backen B durch den Stift v lose drehbar gehaltenes Doppelrad z greift gleichzeitig in die beiden Zahnkränze R und K, so daſs mit Hilfe dieses Differenzrädertriebes die Schraube S bei jeder Umdrehung um einen Theil ihrer Steigung in die Mutter eingeschraubt wird oder umgekehrt. Die Schraube S wird an ihrem Ende durch ein auf der Verlängerungsstange A2 des Backens A geführtes Lager C gehalten, welches durch eine auf der Auflage F gleitende Schraube c gegen Drehung gesichert wird. An diesem Ende ist die Schraube S auch kegelförmig angebohrt, um den Bohrer aufnehmen zu können. Der zu bohrende Gegenstand legt sich gegen den Bock D, welcher je nach der verschiedenen Länge der Bohrer und der Stärke der Werkstücke auf der Spindel A2 mittels der Klemmschraube d eingestellt werden kann.

Um eine zweifach verschiedene Schaltung des Bohrers zu erzielen, erhält das Rad R noch einen besonderen Zahnkranz r, dessen Zähnezahl sich um 2 von der des Kranzes K der Mutter M unterscheidet. Das Doppelrad z wird dann entsprechend verschoben, wozu eine zweite Spur für den Stift v auf dem Achsbolzen des Rades z vorgesehen ist.

Soll der Apparat als Drehbank dienen, so wird auf die am Backen B feste Körnerspitze N die Mitnehmerscheibe P mit dem Zahnkranze p aufgeschoben und mit dem Rade B in Eingriff gesetzt, so daſs dadurch der abzudrehende Gegenstand W bei Drehung der Schraube S mitgenommen wird. Die Gegenspitze J sitzt in einem Arme L, welche auf der Stange I und letztere im Backen B je nach der Länge von W festgeklemmt wird. Das Einspannen des Gegenstandes W zwischen den Spitzen N und J erfolgt dadurch, daſs die Spitze J einen Bund j mit unebener Seitenfläche erhalten hat; die anliegende Fläche der Nabe l von L ist ebenso gestaltet. Wird nun die Spitze J durch den an j angegossenen Handgriff so gedreht, daſs die hohen Stellen der unebenen Anlagsflächen nach und nach gegen einander zu stehen kommen, so findet ein entsprechendes Vordrücken von J gegen K statt. Der Drehstahl s wird mittels der Schraube E an einem Bügel T (Fig. 18) befestigt, welcher mit dem Lager C verbunden ist und dadurch beim Vorschreiten der Schraube S langsam verschoben wird. Der Bügel T ist drehbar an C angeschlossen und stützt sich mit der Schraube t auf die Auflage F. Durch Stellung der Schraube t kann daher die von dem Stahle s wegzunehmende Spanstärke bestimmt werden. Die Schaltung des Stahles findet, wie sich aus Vorstehendem ergibt, auf gleiche Weise wie vorhin beim Bohrer durch die Verschiedenheit der Zähnezahl der Räder R und K bezieh. r und K statt. Die Drehung der Scheibe S kann beim Bohren wie beim Drehen mittels eines Handhebels oder auch |20| mit Hilfe einer aufgesetzten Schnurrolle erfolgen. Wird beide Male keine selbstthätige Schaltung gewünscht, so braucht man nur das Doppelrad z zu entfernen.

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