Titel: Haniel und Lueg's bez. Ochwadt's sogen. Caps-Einrichtung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 263 (S. 172–173)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj263/ar263069

Haniel und Lueg's bez. Ochwadt's sogen. Caps-Einrichtung.

(Patentklasse 5. Fortsetzung des Berichtes Bd. 260 S. 398.)

Mit Abbildungen auf Tafel 10.

Die in Fig. 14 und 15 Taf. 10 veranschaulichte Aufsatz Vorrichtung von Haniel und Lueg in Düsseldorf-Grafenberg (* D. R. P. Nr. 36469 vom 27. Februar 1886) gehört derjenigen Gruppe dieser Apparate an, welche eine sofortige Abwärtsbewegung der Förderschale von der Hängebank ohne vorheriges Abheben von den Stützen gestatten und dadurch nicht nur die Zeit eines Aufzuges abkürzen, sondern auch die Seile wesentlich schonen.

Die sogen. Hängestützen K sind mit dem Gleitstücke K1 zusammengegossen; letzteres kann in der Büchse K2 hin und her gleiten. Die Feststellung, Vorwärts- und Rückwärtsbewegung der Stützen K erfolgt mittels des Handhebels H und der kreisförmig abgerundeten Daumen d und d1, welche sich in einer Bohrung des Gleitstückes K1 bewegen. Handhebel und Daumen sitzen auf einer Achse W, welche in der Büchse K2. jedoch auſserhalb des Mittels der Bohrung für die Daumen gelagert ist. In der Stellung Fig. 14 ruht die Förderschale F mit den unten abgeschrägten Aufsatztheilen k auf den mit gleich schrägen Stützflächen versehenen Capskeilen oder Hängestützen K. Soll die Förderschale abwärts gehen, so wird der Hebel H in der Pfeilrichtung umgelegt und durch die gleichzeitig erfolgende Drehung der Daumen d und d1 schiebt sich das Gleitstück K1 in die Büchse E2 hinein. Die Aufsatztheile k und die Stützen K gleiten an einander ab und, wenn sich die letzteren bis in die punktirt angegebene Stellung I bewegt haben, wird die Schale frei. Darauf werden die Stützen durch Zurückbewegung des Hebels H wieder in die Anfangsstellung zurückgebracht.

Wenn dann die Förderschale sich bei der Aufwärtsbewegung der Hängebank nähert, werden die Stützen K durch die oberen entsprechend abgeschrägten Flächen der Schalenansätze k in die ebenfalls punktirt angegebene Stellung II gedreht; es bilden hierbei die kreisförmig abgerundeten Daumen d und d1 die Lagerflächen für die Gleitstücke K1, welche sich demgemäſs excentrisch zur Achse W drehen. Nachdem die Förderschale durch die Aufsatzvorrichtung gegangen ist, fallen die Stützen K durch ihr Eigengewicht in die Anfangsstellung zurück und die Schale kann sich aufsetzen.

Die von H. Ochwadt in Grube Von der Heydt bei Saarbrücken (vgl. * D. R. P. Nr. 20008 vom 29. Januar 1882) angegebene sogen. Schachtfalle, welche in Verbindung mit einer Flüssigkeitsbremse arbeitet, soll sich nach der Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen, 1886 Bd. 34 * S. 257 bei verschiedenen Ausführungen bewährt haben. Neuerdings hat diese Aufsatzvorrichtung durch die im Zusatzpatente Nr. 29482 vom 21. Mai 1884 mitgetheilte Anbringung eines Kniehebelwerkes zum |173| Festhalten der Hängestützen eine wesentliche Verbesserung erfahren. Das Bogenstück s (Fig. 13 Taf. 10), welches auf der Achse der Hängestützen befestigt ist, stemmt sich bei aufsitzender Förderschale gegen den Hebel h. Damit dieser nicht abspringt, ist derselbe oben durch den Kniehebel kk1 gehalten, welcher durch das einseitige Uebergewicht des als Handhebel dienenden ersten Kniestückes k stets nach oben durchgedrückt ist und sich mit einer Nase n am zweiten Kniestücke k1 so gegen einen festen Punkt stemmt, daſs eine gewisse Mittellage nicht überschritten werden kann. Soll abwärts gefördert werden, so braucht der Anschläger nur das erste Kniestück k am Handgriffe aufzuheben. Sobald das Knie gestreckt ist, bringt das Korbgewicht den Hebel h zum Abspringen. Während des Korbdurchganges bleibt der Hebel h in Folge der Bogenform des Stückes s in der Ausrücklage und wird, sobald die Hängestützen sich durch die Wirkung von Gegengewichten in Verbindung mit der Flüssigkeitsbremse wieder gehoben haben, durch die Feder f in die Anfangsstellung zurückgetrieben. – Durch diese Vorrichtung wird erreicht, daſs der Hebel h niemals durch den Stoſs des aufsetzenden Förderkorbes abspringen kann und daſs das Ausrücken selbst bei den schwersten Körben nur eine verschwindend kleine Kraft erfordert.

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