Titel: Neuerungen an Sengmaschinen für Gewebe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 263 (S. 507–508)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj263/ar263184

Neuerungen an Sengmaschinen für Gewebe.

(Patentklasse 8. Fortsetzung des Berichtes Bd. 254 S. 137.)

Mit Abbildungen auf Tafel 31.

Anstatt einer Reihe von Brennern, wobei allerdings durch Absperren einzelner derselben an den Enden der Reihe eine der jeweiligen Gewebebreite gleiche Flammenbreite zu erzielen ist, bevorzugt man neuerdings mehr einen einzigen langen Schlitzbrenner von der gröſsten Gewebebreite, da bei demselben eine leichtere Flammenregelung möglich ist, welche bei einer Reihe von Brennern nur durch Stellen jedes einzelnen Hahnes erzielt wird. Bei solchen langen Schlitzbrennern muſs hauptsächlich auf eine gute Mischung des Gases mit der Luft gesehen werden und sind hierzu zwei neue Einrichtungen zu beachten.

C. G. Haubold in Chemnitz (* D. R. P. Nr. 37121 vom 16. April 1886) hat nach Fig. 9 und 10 Taf. 31 innerhalb des in seiner ganzen Länge zur Bildung des Brennschlitzes geschnabelten Rohres G, in welches bei g das Gas eingeleitet wird, ein concentrisches und gleichfalls geschnabeltes Luftzuführungsrohr L angeordnet. Durch das Ineinandertreten der Schnäbel wird ein Strahlgebläse gebildet, indem die aus dem Schlitze des Rohres L austretende Luft das Gas ansaugt, mitreiſst und sich mit demselben vermischt. Das Gemisch tritt dann in die Kammer K, vor deren Schlitzmündung (Brennerschlitz) ein Drahtgewebe s liegt. Die Stärke der Gasansaugung, also auch die der Flamme, hängt von der Stellung des |508| Schnabels vom Rohre L in dem vom Rohre G ab und diese Stellung kann durch die das Rohr L stützenden Schrauben d geregelt werden.

F. Gebauer und Ed. Tummer in Charlottenburg (* D. R. P. Kl. 26 Nr. 37905 vom 10. März 1886) benutzen zur innigen Gas- und Luftmischung einen gleichzeitig als Schleudergebläse und Rührwerk dienenden Hohlkörper. In dem geschnabelten Rohre L (Fig. 11 und 12 Taf. 31), dessen Brennerschlitz in der Weite durch stellbare Stahlschienen n zu verändern ist und in welches Preſsluft durch die angeschlossene Blechmulde M eingeleitet wird, ist in Stopfbüchsen drehbar ein Hohlkörper K angeordnet. Derselbe wird auf der einen Seite durch die Riemenscheibe R angetrieben und erhält auf der anderen Seite Gas zugeleitet; letzteres kann nur durch kleine Löcher in dem centralen Doppelrohre r in den Hohlkörper K übertreten und wird aus demselben durch kleine Oeffnungen o fein vertheilt ausgeschleudert. Durch die Flügelform des Hohlkörpers K wirkt derselbe als Rührer, wodurch die innige Mischung von Gas und Luft erhöht wird.

Zum Sengen von Geweben wollen W. Banks und S. Brierley in Bolton (* D. R. P. Nr. 38226 vom 19. Juni 1886) einen durch den elektrischen Strom glühend gemachten Platindraht benutzen. Dieser Draht oder auch ein Band b (Fig. 8 Taf. 31) wird auf einer nichtleitenden Unterlage u aus feuerfestem Thon o. dgl. befestigt und diese Unterlage an einem drehbaren, in den Lagern l (Fig. 7) des Maschinengestelles ruhenden Träger T befestigt. Der elektrische Strom wird dem Bande b durch die isolirt an dem Träger T befestigten Klemmen k1 und k2 zugeleitet. An die eine Klemme k1 ist der Leitungsdraht d1 unmittelbar angeschlossen, während der andere Leitungsdraht d2 an den isolirt am Träger T befestigen Arm A geführt ist; letzterer ist mit der Klemme k2 gelenkig verbunden und dadurch wird dem glühenden Bande die Ausdehnung ohne Unterbrechung der Stromzuleitung gestattet. Der Träger T wird, um dem zu sengenden Gewebe eine wechselnde glühende Bandfläche darzubieten, in Schwingungen versetzt.

Das zu sengende Gewebe wird über die Stäbe t, von welchen der obere zur An- und Abstellung des Gewebes an das glühende Band dient, zu letzterem geführt, dann zur Ablöschung durch einen Wassertrog W und zum darauf erfolgenden Auspressen durch ein Walzenpaar geleitet.

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