Titel: Scheinbarer elektrischer Widerspruch.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 263/Miszelle 10 (S. 60–61)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj263/mi263mi01_10
|61|

Scheinbarer elektrischer Widerspruch.

Nach dem Génie civil, 1886/7 Bd. 10 S. 16 sollen bei Wechselströmen, welche in zwei Zweige sich theilen muſsten, die Stromstärken in jedem der Zweige stärker gefunden worden sein als im Hauptstrome. Dieses Ergebniſs, welches zum Theile von der Unvollkommenheit der Meſsapparate abhängt, zeigt indeſs, welche Vorsicht man bei Messungen oder auch bei Aufstellung von Theorien der Wechselströme beobachten muſs. Wegen der ungleichen Bedingungen, welchen die verschiedenen Abzweigungen unterworfen sind, wie z.B. Selbstinduction, ist es nie gestattet, die in den beiden Zweigen gemessenen Stromstärken von Wechselströmen einfach zu addiren, um die Stromstärke in der unverzweigten Leitung zu erhalten, weil man sonst Ströme, welche nicht im selben Augenblicke die Leitungen durchflieſsen, addiren würde, während doch das Kirchhoff'sche Gesetz selbstredend nur auf genau gleichzeitige Ströme angewendet werden darf.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: