Titel: Verwendung des Telephons als Barometer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 263/Miszelle 12 (S. 61)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj263/mi263mi01_12

Verwendung des Telephons als Barometer.

Im Génie civil, 1886 Bd. 9 S. 408 wird vorgeschlagen, in einer Entfernung von etwa 5 bis 6m zwei aufgespaltene Eisenstangen (oder Kupferplatten) in gut leitendes Erdreich einzutreiben und dieselben durch einen Leitungsdraht zu verbinden, in welchen ein Telephon eingeschaltet worden ist. Im Telephon höre man nun Stürme und Gewitter 12 bis 15 Stunden vorher und insbesondere kennzeichne sich jeder Blitzschlag eines fernen Gewitters durch einen entsprechenden Schlag auf die Membrane. Auch Temperaturänderungen sollen sich in diesem Telephone bemerkbar machen.

Die Aenderungen der Erdströme, welche allerdings auf diese Weise beobachtet werden können, lassen auf Aenderungen der elektrischen Spannungen schlieſsen und es können demzufolge die Erdströme ebenso wie auch die Magnetnadeln zum Wetteranzeigen verwendet werden. Das Beobachten mittels dieses Telephons ist aber ein sehr unbequemes; auch wirken Nordlicht und sehr entfernte, nur vorüberziehende Gewitter auf die Erdströme und die Magnetnadeln ein, so daſs derartige Beobachtungen für den Einzelnen keine groſse Ausbeute versprechen. Wenn dagegen an vielen über einen groſsen Theil der Erde vertheilten Orten Beobachtungen von Erdströmen und Magnetnadelschwankungen gemacht, mit den gewöhnlichen meteorologischen Beobachtungen zusammengestellt und zum Wettervoraussagen benutzt werden, so muſs dessen Sicherheit bedeutend gewinnen, da ja Winde, Wolkenbildungen, atmosphärische Elektricität, Erdströme, Erdmagnetismus u.s.w. in vielfachen Wechselbeziehungen zu einander stehen. (Vgl. auch 1883 248 141. 249 395.)

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