Titel: Speisung von Locomotiven mit Sielwasser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 263/Miszelle 4 (S. 108)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj263/mi263mi02_4

Speisung von Locomotiven mit Sielwasser.

In Crewe, Stratford bei London u.a. O. werden, wie der Eisenbahn-Maschineninspector v. Borries in seinen „Reise-Erinnerungen aus England“ in Glaser's Annalen, 1886 Bd. 19 S. 175 berichtet, die Locomotiven mit gereinigtem Sielwasser aus den städtischen Abzugskanälen gespeist. Das Wasser wird zunächst durch eine Schicht von Abfallkokes, welche beim Ausreiſsen des Feuers aus den Locomotiven gewonnen werden, geleitet, hierdurch von allen mechanischen Beimengungen geklärt und dann in die Wasserbehälter gepumpt. Das Speisen der Locomotiven mit diesem Wasser soll zur Folge haben, daſs der von anderem Wasser zurückgelassene Kesselstein aufgelöst und in Schlamm verwandelt wird, so daſs derselbe beim Auswaschen herausgespült wird und so die Kessel rein gehalten werden. Bei der auſserordentlichen Wichtigkeit der Entfernung des Kesselsteines dürfte es sich empfehlen, dieses eigenthümliche Mittel zur Beseitigung desselben auch bei uns zu prüfen. In Crewe und Stratford stehen zusammen über 400 Locomotiven im Dienst; das Wasser enthält an beiden Orten alle Arten von Abfallstoffen. Die zur Kühlung verwendeten Kokes werden derart mit brennbaren Stoffen gefüllt, daſs dieselben, getrocknet, nochmals unter den Kesseln der Werkstätten verfeuert werden, so daſs auch in dieser Beziehung ein Gewinn erzielt wird.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: