Titel: Delune's Entwässerungsröhren aus Cement-Beton.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 263/Miszelle 7 (S. 160–161)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj263/mi263mi03_7

Delune's Entwässerungsröhren aus Cement-Beton.

Delune und Comp. in Paris verwenden nach der Revue industrielle, 1886 * S. 76 zur Trockenlegung von Boden Entwässerungsröhren von 1 bis 1m,2 Baulänge, welche aus zwei Theilen von verschieden zusammengesetztem Materiale bestehen, |161| aber unter sich während ihrer Herstellung fest verbunden bleiben. Der untere Theil a ist aus festem wasserdichtem Beton mit vollständig glatter Innenfläche hergestellt und dient als Rinne für den Wasserablauf, während der obere Theil oder die Decke b aus einem sehr durchlässigen, aus 8 bis 10 Th. Schotter auf 1 Th. Cement hergestellten Beton besteht. Der für die Decke zur Anwendung gelangende Cement muſs von besonderer Güte sein, damit der Schotter gut gebunden wird, im Uebrigen aber dem Beton vollkommene Durchlässigkeit erhalten bleibt, welche unter gewöhnlichen Herstellungsbedingungen für die Zwischenräume 0,4 des Betonkörpergewichtes freiläſst. Eine Muffenverbindung c, welche innerhalb der Rohrwände liegt, gestattet das ununterbrochene Aneinanderfügen der einzelnen Rohrstücke.

Textabbildung Bd. 263, S. 161
Gegenüber den zur Zeit im Gebrauche befindlichen Methoden der Röhrenentwässerung und Wasserfassung sollen diese Rohren nachfolgende Vortheile bieten: 1) Es ist möglich, dieselben auf der Baustelle oder in unmittelbarer Nähe derselben mit dem dort etwa vorhandenen Materiale herzustellen. Je nach dem vorgesteckten Ziele oder den verfügbaren Mitteln kann man Schotter von sehr verschiedener Gröſse verwenden: sehr grobkörnigen Sand (Kies), geschlegelten Schotter. Hammerschlag, Schlacken. Puzzollan u. dgl. 2) Die Herstellung wird billig zufolge der geringen Zahl von Verbindungen und der Entbehrlichkeil von Muffen. 3) Das Verlegen läſst sich sehr rasch bewerkstelligen. 4) Die Rohrstränge erhalten eine gröſsere Widerstandsfähigkeit als Thonrohren. 5) Die durchlassende Fläche für die Trockenlegung wird vergröſsert. 6) Der Wasserabfluſs ist erleichtert und Verstopfungen können vermieden werden.

Werden diese Röhren zu Wasserfassungsanlagen verwendet, so dienen sie gleichzeitig als Filter, indem sie die Verunreinigungen zurückhalten. Da man die Röhren so herstellen kann, daſs sie einer Pressung von 2at widerstehen, so vermag man für den Fall. daſs nach längerem Gebrauche der Röhren in unreinem Wasser die Poren des Betons vollständig verstopft würden, von eigens zu diesem Zwecke angelegten Brunnen aus im Inneren derselben Pressungen bis zu 2at zu erzeugen, was genügen würde, um das Filter zu reinigen und das Wasser zu zwingen, die obere poröse Betonwand von innen nach auſsen zu durchdringen.

Solche Röhren eignen sich auch für kleinere Entwässerungen, wobei die Wandstärken entsprechend der Lichtweite geringer werden. Die mit solchen Röhren angestellten Versuche sollen die besten Erfolge geliefert und die Ingenieure der Stadt Paris aufmerksam gemacht haben, diese Röhren bei den zur Nutzbarmachung der Pariser Kanalabwässer eingeleiteten Versuchen zu verwenden.

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