Titel: Ueber die Zusammensetzung und Zersetzung von Redondaphosphat.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 263/Miszelle 12 (S. 211–212)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj263/mi263mi04_12
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Ueber die Zusammensetzung und Zersetzung von Redondaphosphat.

Das rohe Redondaphosphat enthält Phosphorsäure entsprechend 84 Proc., das getrocknete aber entsprechend 107 Proc. Tricalciumphosphat. Dieses Mineral wäre daher eine sehr billige Quelle für Phosphorsäure, wenn nicht der Umstand, daſs die Phosphorsäure in sehr unlöslicher Verbindung mit Eisen und Aluminium vorhanden ist, das Material bis jetzt völlig werthlos gemacht hätte. W. Tate gibt im Journal of the Society of Chemical Industry, 1886 Bd. 5 S. 570 folgende durchschnittliche Zusammensetzung des Mineral es:

Phosphorsäure (P2O5) 38,50 Proc.
Thonerde 22,00
Eisenoxyd 10,50
Unlösliche Silicate 6,50
Nicht bestimmte Bestandtheile 1,00
Wasser 21,50

Williams (vgl. 1885 256 278) hat als Zusammensetzung des Redondaphosphates die Formel AlPO4 + 2FePO4 + SiO2 aufgestellt. Nach obiger Analyse ist aber die richtige Formel 3AlPO4 + FePO4 +18H2O.

Zur Zersetzung von Redondaphosphat wurden neben Schwefelsäure auch Kochsalz, kohlensaures, schwefelsaures, salpetersaures und Aetz-Natron vorgeschlagen. Bis jetzt nimmt man allgemein an, daſs zur Zersetzung des Minerales eine der Bildung von Natriumtriphosphat und Natriumaluminat entsprechende Menge Alkalisalz nothwendig sei. W. Tate zeigt aber, daſs schon mit einer der Bildung von Natriumphosphat entsprechenden Menge Salz fast alle Phosphorsäure des Minerales in Lösung gebracht werden kann. Wie aus der Zusammensetzung des Minerales hervorgeht, können daher mindestens 43 Procent des Alkalisalzes erspart werden. W. Tate theilt in seiner Arbeit Versuche über die Zersetzung von Redondaphosphat mit Kochsalz und Dampf mit. Das Mineral wurde mit der zur Trinatriumphosphatbildung nöthigen Menge Salz sowie auch mit Sand gemischt, mit Wasser zu Kuchen geformt und unter Durchleiten von überhitztem Wasserdampf zur Rothglut erhitzt. Bei 3 Versuchen wurden durchschnittlich 86,6 Procent der im angewendeten Materiale enthaltenen Phosphorsäure in Lösung gebracht, hingegen lösten sich nur Spuren von Thonerde. Beim Erhitzen von Redondaphosphat mit Natriumsulfat und Kohle wurden 91 Proc. und bei Verwendung von Salpeter 96,4 Proc. Phosphorsäure und 38 Proc. Thonerde gelöst.

Aus dem Trinatriumphosphate läſst sich mit Leichtigkeit durch Fällen mit Kalk Tricalciumphosphat erzeugen. Ob aber die Ersparniſs an Alkalisalz die Verarbeitung von Redondaphosphat im Groſsen zu einer vortheilhaften gestaltet, kann der Verfasser nicht entscheiden.

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