Titel: Swinburne's Versuche an Secundärbatterien mit Bleifäden u.s.w.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 263/Miszelle 5 (S. 209–210)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj263/mi263mi04_5

Swinburne's Versuche an Secundärbatterien mit Bleifäden u.s.w.

Am 2. December 1886 hat James Swinburne in der Sitzung der Society of Telegraph Engineers and Electricians über verschiedene von ihm angestellte Versuche mit Secundärbatterien berichtet. Nach Engineering, 1886 Bd. 42 S. 599 begann er seine Versuche mit Secundärbatterien mit Bleifäden, weil er auf diese Weise eine groſse Bleifläche erlangen wollte. Die Bleifäden wurden in der Fabrik von Norman Cookson in Newcastle so hergestellt, daſs das geschmolzene Blei in eine erwärmte Röhre gegossen wurde, welche in eine „Brause“ endete; indem dann das Blei aus den Löchern der Brause ausfloſs, erstarrte es in haarfeinen Fäden, so daſs eine Masse davon einige Aehnlichkeit mit Moos besitzt. Der Preis der Fäden übersteigt den des Kaufbleies nur um 2 M. für die Tonne. Die Platten der Secundärbatterien bestanden aus einer Art von Käfig aus Bleitafeln, welcher mit den Fäden ausgestopft war, die Verbindungen wurden durch Schmelzung hergestellt und ohne Loth.

Swinburne meint, daſs die Verwendung der Bleifäden in diesen Zellen zu einer störenden örtlichen Wirkung Anlaſs gibt. Wenn bei elektrischer Verbindung von Blei und Bleisuperoxyd ein Theil der Bleifläche der Säure ausgesetzt wird, so wird dieser Theil angegriffen und die sich bildende Haut von schwefelsaurem Blei schützt die Oberfläche gegen weitere Angriffe. Das Blei ist dann an einigen Stellen in Berührung mit Superoxyd, an anderen mit schwefelsaurem Blei, wird aber nirgends von der Säure berührt. Wird dann die Zelle weiter geladen, so oxydirt sich das schwefelsaure Blei zu Superoxyd, so daſs die Platte wieder nur aus Blei und Bleisuperoxyd besteht. Das Superoxyd nimmt nun weniger Raum ein als das schwefelsaure Blei, woraus es sich bildete; deshalb wird wieder ein kleiner Theil der Platte der Säure ausgesetzt, aber sofort mit einer Superoxydhaut bedeckt. So wird die ganze Oberfläche der Platte geschützt. Die geringste Bewegung scheint einen Theil der Bleifläche der Säure auszusetzen.

Zuerst wurde verdünnte Schwefelsäure benutzt; andere Lösungen wurden versucht, aber ohne bemerkenswerthen Erfolg. Für die beste der bei Formirung der Platten versuchten Lösungen hält Swinburne eine Mischung aus verdünnter Schwefelsäure und Essigsäure; die letztere kann leicht als Dampf ausgetrieben werden.

Silber, Kohle und andere Stoffe wurden an Stelle der Bleisuperoxydplatte in verschiedenen Lösungen versucht. Silber verhielt sich ganz ähnlich wie Blei, wird aber nicht so leicht von der Schwefelsäure angegriffen. Das Bleisuperoxyd haftet gut am Silber und, obgleich Swinburne das Silber für zu theuer für den allgemeinen Gebrauch halt, meint er doch, es könne zu den Verbindungen gebraucht werden, weil es nicht angegriffen wird. Kohlenplatten erwiesen sich als nachgebend und erweichend in Berührung mit dem Superoxyd.

Swinburne versuchte harte Superoxydplatten, die aus einem Teige von Bleiglätte und kaustischer Soda hergestellt waren, indem er den Teig an einer Bleiplatte anbrachte und so zur Anode in einer Lösung von kaustischer Soda machte. Wenn die ganze Glätte oxydirt war, wurde die Bleiplatte entfernt. |210| Das entstehende Superoxyd war sehr hart und schien ganz undurchdringlich. Wenn ein Stück davon auf einer Platte in einer Zelle benutzt und die Zelle entladen wurde, so floſs es auf einmal ab und das Superoxyd war mit einer ganz dünnen Haut schwefelsaueren Bleies überzogen.

Eisenplatten in alkalischen Lösungen geben keinen vollständigen Erfolg. Beim Zusammenschmelzen von Eisen und Zinn fand Swinburne eine nahezu der Verbindung FeSn entsprechende Legirung von groſser Härte, welche er für zweckmäſsig hält.

An diese Versuche reihten sich andere mit primären Batterien, von denen namentlich derjenige, elektrolytisch Bleiweiß herzustellen, erwähnenswerth ist. Swinbrune nahm Bleiplatten als Anoden in Lösungen von einfach und doppelt kohlensaurem Natron, unter Benutzung ganz schwacher Ströme. In vielen Fällen erhielt er weiſse Niederschläge, aber nicht in genügender Menge. Bei stärkerem Strome überzog sich die Platte mit einer braunen Verbindung.

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