Titel: Die sogen. Brandtechnik an Holzwaaren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 263/Miszelle 3 (S. 255)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj263/mi263mi05_3

Die sogen. Brandtechnik an Holzwaaren.

Prof. Jos. Tapper hat auf Anregung des Technologischen Gewerbemuseums in Wien (vgl. Mittheilungen der Section für Holzindustrie, 1886 S. 150) die Anwendung der altbekannten Brandtechnik auf Drechsler- und Tischlerwaaren mit Erfolg übertragen. Für diesen Ausschmuck eignet sich die stylisirte deutsche Pflanzenzeichnung, frei in Bewegung und Entwurf, weniger das italienische Laubwerk, welchem die kräftigen Umrisse der Brandtechnik und die malerische Darstellung widerstrebt. Als Rohstoff zur Behandlung dieser Brandtechnik empfehlen sich besonders Zirben-, Birnbaum-, Buchsbaum-, Linden- sowie lichtes Eichen- und Ahornholz, überhaupt die meisten Holzarten, bei welchen der Herbsttheil des Jahresringes nicht gar zu dunkel ist.

Das Verfahren besteht in Folgendem: Die Oberfläche der zu schmückenden Gegenstände muſs möglichst glatt sein; auf diese kommt mit Bleistift leicht gezeichnet der Entwurf, welcher dann mit dem Brandstifte (nach System Paquelin, vgl. 1879 234 * 44. 1882 244 * 111) genau nachgezeichnet und etwas schattirt wird. Das Bemalen geschieht mittels Lasurfarben in Aquarell, welche hierauf mit leichter Politur oder mit Firniſs befestigt werden. Die Farbe kann auch mittels Lack befestigt werden. Es ist dabei der eine Umstand zu berücksichtigen, daſs durch das Fixiren viele Farben nachdunkeln, andere jedoch wieder heller werden, im Ganzen jedoch die Farbe frischer und saftiger hervortritt. Bei dunklen Holzarten kann auch Deckweiſs in Anwendung kommen, um einzelnen Formen mehr Modellirung zu verleihen. Die Erfahrung lehrt am besten die verschiedenen Anwendungen der Farbe und dabei spielt nicht allein die Art des Holzes, sondern auch die Güte desselben eine groſse Rolle.

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