Titel: Versuche mit Farbaky und Schenek's Accumulatoren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 263/Miszelle 6 (S. 354–355)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj263/mi263mi07_6
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Versuche mit Farbaky und Schenek's Accumulatoren.

In der Zeitschrift für Elektrotechnik, 1886 S. 242 ff. hat Prof. A. v. Waltenhofen in Wien über eingehende Versuche berichtet, welche er mit Accumulatoren von Farbaky und Schenek in Schemnitz (vgl. 1885 257 357) angestellt hat. Den Versuchen unterworfen wurden 56 Accumulatoren einer größeren Gattung als die früher beschriebenen nur 25k schweren; dieselben waren Schemnitzer Fabrikat und enthielten 7 positive und 8 negative Platten von 55 × 30qc; sie wiegen etwa 260k bei über 160k Plattengewicht mit Einschluſs von nahezu 70k Füllmasse. (Vgl. auch * D. R. P. Kl. 21 Nr. 37012 vom 8. November 1885.)

Faſst man die Versuchsergebnisse zusammen, welche aus Vergleichung der zur Ladung verwendeten und bei der Entladung wiedergewonnenen Elektricitätsmenge und elektrischen Arbeit gewonnen werden, so erhält man in abgerundeten Zahlen an Elektricitätsmenge 91 Proc. und an elektrischer Arbeit 78,5 Proc. als Nutzeffect, während die Abnahme der Klemmenspannung bei einer Entladung von 1000 Ampère-Stunden höchstens gegen 8 Proc. beträgt. Auſserdem zeichnen sich diese Accumulatoren durch groſse Festigkeit aas, sowohl hinsichtlich der Stärke der Bleigitter, als auch hinsichtlich der Haltbarkeit der Füllmasse. Auch die räumlichen Verhältnisse welche für die Mengen der Füllmasse und der Schwefelsäure maſsgebend sind, müssen als sehr zweckmäſsige, zur Erzielung einer groſsen Leistung und einer groſsen Beständigkeit der Wirkung hervorgehoben werden. Dies bestätigten auch die fortlaufenden Dichtebestimmungen der Schwefelsäure, welche vorgenommen wurden, um den theoretisch regelmäſsigen Verlauf der Ladungs- und Entladungsvorgänge zu verfolgen und insbesondere den Anfangs- und Endzustand der untersuchten Accumulatoren genauer festzustellen.

Die von A. v. Waltenhofen untersuchten Accumulatoren sind gröſser, aber ähnlich gebaut, wie die zur Beleuchtung der Bergakademie in Schemnitz benutzten (vgl. 1885 257 357). Die Stäbe der (gegossenen) Bleigitter haben bei den positiven Platten 144, bei den negativen 64qmm Querschnitt. Einzelne von diesen Stäben (der mittlere wagerechte und zwei lothrechte) sind noch stärker abgemessen. In der Nähe der Verbindungsstäbe (den sonst sogen. „Polfahnen“ ähnlich) sind die Gitterrahmen sehr bedeutend verstärkt. In den quadratischen Oeffnungen dieser Gitter haftet die bei den negativen Platten aus Bleiglätte, bei den positiven Platten theils aus Bleiglätte, theils aus Mennige hergestellte Füllmasse, deren Gewicht bei den Accumulatoren dieser Art dem Gewichte der leeren Gitter ungefähr gleichkommt oder (wie bei den in Schemnitz verwendeten Accumulatoren) wohl auch etwas gröſser ist. Dem Volumen der gefüllten Platten ungefähr gleich ist der Raum für die 30procentige Schwefelsäure, von welcher bei der Entladung für jede Ampère-Stunde, nach Schenek's Angabe, im Mittel seiner Beobachtungen 2g,24 H2SO4 abgegeben werden. Die Entladung soll nicht länger fortgesetzt werden, als bis der Hydrosulfatgehalt noch 15 Proc. beträgt, und die Ladung nicht länger als bis zur beginnenden Gasentwickelung. Findet eine solche statt, so geht für je 36mg Wasserstoff 1 Ampère-Stunde für die Ladung verloren. Im Uebrigen wird die Leistung dieser Accumulatoren auf 15 Ampère-Stunden für je 1k Plattengewicht angegeben.

Bezüglich der Dauerhaftigkeit dieser Accumulatoren sei bemerkt, daſs die an der Schemnitzer Akademie seit 2 Jahren erzielten Erfolge (Beleuchtungsbetrieb durch Accumulatoren) günstiger sind, als man bisher vorwiegend mit Accumulatoren erzielt hat.

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